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Themenwelten Berliner Morgenpost
EXTRA: AUSBILDUNG & STUDIUM 2021/2022

Neues von den Hochschulen

Die Zahl der angebotenen Studiengänge wächst stetig. Diese vier Neuzugänge sind besonders spannend

Die Corona-Pandemie macht einen „normalen“ Studienstart fast unmöglich – neue, zukunftsorientierte Studiengänge gehen in diesm Jahr dennoch an den Start. FOTO: GETTY

Gerade noch steht das imposante Skelett des Brachiosaurus brancai – auch Giraffatitan genannt – ruhig im Naturkundemuseum. Mit einer Gesamtlänge von bis zu 26 Metern zählt dieser Dinosaurier zu den größten Landtieren der Erdgeschichte. Doch dann wachsen dem Dino Muskelschichten, er nimmt Gestalt an, und schon bald setzt er ein säulenförmiges Bein vor das nächste und stapft durch das Museum. Er wurde zum Leben erweckt, durch Virtual Reality. So heißt auch das groß angelegte Digitalisierungsprojekt von Google, auf das man auf der Plattform Google Art Culture zugreifen kann. „Diese Anwendungen sind nur durch Informatik möglich“, sagt Piotr Wojciech Dabrowski, Professor für Bioinformatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. Wer an der HTW den neuen Studiengang „Informatik für Kultur und Gesundheit“ belege, werde ausgebildet, genau diese Anwendungen zu programmieren.

"Mit unserem neuen Studiengang wollen wir die Welt mit cooler Technik besser machen."

Piotr Wojciech Dabrowski, Professor für Bioinformatik an der HTW Berlin

Das Besondere des Studiengangs, der im Wintersemester 2021/22 erstmals an den Start gehen wird, ist, dass er im Gegensatz zu vielen Informatik-Studiengängen nicht grundlagenorientiert, sondern in erster Linie praxisorientiert ist. „Die Studierenden programmieren schon im ersten Semester Anwendungen für die Bereiche Kultur und Gesundheit und lösen aktuelle Herausforderungen“, sagt Dabrowski. Das rein theoretische Grundlagenstudium entfällt, die Studierenden setzen ihr frisch erworbenes Know-how gleich in reale Projekte um. „Wir sehen den Rechner lediglich als Werkzeug, um für den Kulturbereich Projekte zum Leben zu erwecken und um für den Gesundheitsbereich Menschenleben zu retten.“ Die Gesundheitsbranche brauche beispielsweise Programme, mit denen Behandlungsentscheidungen früher getroffen werden können. „Denn oft liegt die Antwort in den Daten des Kranken“, sagt Dabrowski. Um diese Skills zu erlangen, arbeiteten die Studierenden beispielsweise interdisziplinär mit dem Studiengang „Gesundheitselektronik“ zusammen, der Schnittstelle zwischen Programmierung, Medizin und Elektrotechnik.
Studiengang „Informatik für Kultur und Gesundheit“: Studierende lernen, Virtual Reality zu programmieren. FOTO: GETTY
Studiengang „Informatik für Kultur und Gesundheit“: Studierende lernen, Virtual Reality zu programmieren. FOTO: GETTY
Im Kulturbereich lernen die Studierenden unter anderem, virtuelle Räume zu gestalten, in denen sich Menschen treffen, um eine Ausstellung gemeinsam zu planen, virtuelle Rundgänge durch ein Museum zu programmieren oder einen Konzertsaal virtuell nachzubauen. Im Gesundheitsbereich entwickeln sie zum Beispiel Anwendungen, mit denen Medikamente an die individuellen Bedürfnisse einer Person angepasst werden können oder die Verbreitung von Viren in Echtzeit nachvollzogen werden kann. All das braucht große Datenmengen. Für ihre Analyse erlernen sie den Einsatz der künstlichen Intelligenz. Wie wichtig diese Themen sind, zeigt die aktuelle Corona-Pandemie. „Mit unserem neuen Studiengang wollen wir die Welt mit cooler Technik besser machen“, sagt Dabrowski. Er hofft, dass das innovative Lehrkonzept auch Frauen anspricht und ihnen die Scheu nimmt, einen IT-Studiengang zu belegen.

Die Uni Potsdam plant den neuen Bachelor-Studiengang „Kognitionswissenschaften“, das ist eine interdisziplinäre Wissenschaft zur Erforschung bewusster und unbewusster Denk- und Verständnisprozesse, die im Menschen vorgehen. „Dabei greift die Kognitionswissenschaft auf Erkenntnisse vieler anderer Forschungsgebiete zurück, was den Studiengang besonders abwechslungsreich und spannend macht“, heißt es auf dem Webportal StudyCheck.

Kognitionswissenschaften gehören seit vielen Jahren zum universitären Forschungsschwerpunkt der Uni Potsdam. Hier arbeiten Forschende aus der Psychologie, Linguistik und Philosophie sowie aus den Sport- und Gesundheitswissenschaften, der Mathematik, Physik und Informatik intensiv zusammen. Dass sich das Know-how nun in einem Studiengang niederschlägt, ist nur konsequent.

Globale Entwicklungen formen neue Studiengänge

Die Freie Universität (FU) Berlin bietet ab dem kommenden Wintersemester den Studiengang „Chinesische Sprache und Gesellschaft“ an. Grund ist, dass in Berlin zurzeit an zwölf Sekundarschulen Chinesisch angeboten wird, es jedoch an examinierten Lehrkräften fehlt, die neben den erforderlichen Chinesisch-Kenntnissen auch über eine pädagogische Ausbildung verfügen. Diese Lücke soll nun der für die Lehramtsausbildung qualifizierende Kombibachelor „Chinesische Sprache und Gesellschaft“ schließen. „Angesichts der stetig wachsenden internationalen Bedeutung Chinas wird es immer wichtiger, sich intensiv mit diesem Global Player zu beschäftigen“, sagt der Präsident der Freien Universität Berlin, Günter M. Ziegler. Ein entscheidender Faktor seien dabei Kenntnisse der jahrtausendealten Kultur und Sprache, die China im Besonderen auszeichnen.

Die Alice Salomon Hochschule legt zwar zum Wintersemester 2021/22 keinen neuen Studiengang auf, macht aber noch mal auf den in diesem Wintersemester gestarteten Bachelorstudiengang Pflege aufmerksam – der erste Studiengang im Pflegebereich, der ohne Berufserfahrung belegt werden kann. Der Studiengang verknüpft Wissenschaft und Praxis und nach sieben Semestern haben die Studierenden zwei Abschlüsse in der Tasche: den akademischen Grad Bachelor of Science und Pflegefachfrau/mann mit staatlicher Anerkennung.

Bewerbungen zum Wintersemester 2021/22 sind zwischen dem 1. Juni und 15. Juli 2021 möglich. DAGMAR TRÜPSCHUCH

5 Tipps für den Studienstart im Homeoffice

Digitale Infrastruktur vor Studienbeginn checken
Gibt es eine gute Internetverbindung? Funktionieren Webcam und Audios am Computer? Sitzt der Kopfhörer?

Videokonferenzen mit Freunden üben
Wer mit den entsprechenden Tools vertraut ist, arbeitet sich schneller in neue Konferenzsoftware ein und weiß, was es bei virtuellen Treffen zu beachten gibt.

Mit der neuen Hochschule vertraut machen
Ein ausgiebiger Besuch der Website lohnt sich. Welche Angebote hält die Hochschule bereit und wofür benötigt man spezielle Zugänge und Accounts?

Arbeitsplatz einrichten
Nicht nur Schreibtisch und passender Stuhl gehören ins Homeoffice. Kleiden und kämmen Sie sich, bevor Sie sich zu Vorlesungen einloggen, als würden Sie zur Uni fahren. Ein bewusster Wechsel zwischen Studium und Freizeit hilft zudem, abzuschalten.

Studienberatungen und Studienfachberatungen kontaktieren
Diese bieten Videosprechstunden an, beraten via Telefon, E-Mail oder Chat. In Studienfachberatungen arbeiten Studierende für Studierende. Hier erhalten Studienanfänger Tipps, wie sie im virtuellen Semester Kommilitonen kennenlernen können.

Finanzielle Hilfen für Studierende in Corona-Zeiten

Pandemie und digitaler Studienstart stellen nicht nur Erstsemester vor Herausforderungen. Wer ihnen hilft
Studierende können Förderungen für ihre IT-Ausstattung beantragen. FOTO: GETTY
Studierende können Förderungen für ihre IT-Ausstattung beantragen. FOTO: GETTY
Corona-Zuschuss zum Studienstart und -abschluss

Der Zuschuss richtet sich an sozial bedürftige Studierende. Sie erhalten unter anderem einen finanziellen Zuschuss zum Lebensunterhalt und für Mehraufwendungen, die das Studium mit sich bringen. Anträge werden so lange entgegengenommen, wie die Mittel reichen.

Fonds „Teilhabe am Online-Campus“

Der Fonds hat das Ziel, dass sich Studierende eine IT- und Arbeitsausstattung leisten können, um am Online-Campus Berlin teilzunehmen. Mehr Infos dazu gibt es beim Studierendenwerk Berlin.
Studentische Hilfskräfte erhalten seit Beginn dieses Jahres mehr Lohn. FOTO: GETTY
Studentische Hilfskräfte erhalten seit Beginn dieses Jahres mehr Lohn. FOTO: GETTY
KfW-Studienkredit

Der KfW-Studienkredit wird bis Ende 2021 zinsfrei gestellt.

Überbrückungshilfe

Studierende, die durch die Pandemie in besonders akuter Not sind, können bis zum 31. März 2021 Anträge auf Überbrückungshilfen des Bundes stellen.

Mindestlohn erhöht

Der Mindestlohn wurde auf 9,50 Euro brutto die Stunde erhöht und steigt ab der 2. Jahreshälfte auf 9,60 Euro brutto. Der Stundenlohn für eine studentische Hilfskraft beträgt seit dem 1. Januar 2021 brutto 12,68 Euro.

Regelstudienzeit verlängert

Die Regelstudienzeit verlängert sich für alle Studierenden der digitalen Semester (Sommersemester 2020 und Wintersemester 2020/21) um jeweils ein Semester – wenn die Regelstudienzeit noch nicht überschritten war. Entsprechend wird die BAföG-Förderungshöchstdauer ebenfalls um jeweils ein Semester erhöht.

Alle aktuellen Infos und Updates gibt es beim Studierendenwerk Berlin: www.stw.berlin
Stand: Redaktionsschluss 16.2.2021

Karrieretipp

Polizei Brandenburg. Ein Job. 100 Möglichkeiten

Bewirb dich jetzt für eine Ausbildung oder ein Studium bei der Polizei und profitiere von unseren individuellen Karrierechancen und einer sicheren Zukunftsperspektive
FOTO: POLIZEI BRANDENBURG
FOTO: POLIZEI BRANDENBURG
Du willst in einem starken Team arbeiten und möchtest deine Qualitäten vielfältig einbringen, um für die Sicherheit unserer Mitmenschen zu sorgen?

Der Polizeiberuf hat viele Facetten. In über 100 Einsatzbereichen findet jeder seine Bestimmung. Egal, ob du im Wach- und Wechseldienst einer hilflosen Person, mit dem Polizeihubschrauber Personen oder flüchtige Täter suchst, bei der Bereitschaftspolizei eine Demonstration absicherst, in der Kriminalpolizei Vernehmungen mit einem Tatverdächtigen durchführst und intensiv ermittelst oder du mit dem Diensthund nach Sprengstoff suchst – langweilig wird dir sicher nicht. Du entscheidest dich für einen Berufsweg mit vielen Möglichkeiten, dein Verantwortungsgefühl für Sicherheit und Ordnung und dein Engagement für die Gesellschaft einzubringen.

Benefits – wir bieten
• Krisensicherer Beamtenstatus
• Vielfalt
• Gute Besoldung
• Karriere- und Aufstiegschancen
• Ständige Weiterentwicklung (Lehrgänge)
• Vereinbarkeit Beruf und Familie
• Gesellschaftliche Verantwortung
• Kostenfreie Krankenversicherung

Ausbildung / Studium bei der Polizei

Bei der Brandenburger Polizei hast du die Möglichkeit, dich zwischen zwei Laufbahnen zu entscheiden: Die Ausbildung zum Polizeimeister/zur Polizeimeisterin im mittleren Dienst dauert zweieinhalb Jahre, das Studium zum Polizeikommissar/zur Polizeikommissarin im gehobenen Dienst drei Jahre. Teil der Ausbildung und des Studiums ist auch ein mehrmonatiges Praktikum. Dadurch bilden sich bei Vielen bereits Tendenzen heraus, in welche Richtung man sich in Zukunft entwickeln möchte. Nach Beendigung deiner Ausbildung oder deines Studiums kommst du in deine Erstverwendung, welche in Schutzpolizei, Kriminalpolizei oder bei der Bereitschaftspolizei liegen kann. Ab der Erstverwendung liegt dein Karriereweg in deiner Hand!

Einstellungsvoraussetzungen

Wer sich für eine Karriere bei der Polizei entscheidet, der muss je nach Laufbahn einen Bildungsabschluss vorweisen:

• mittlerer Dienst: Fachhochschulreife, Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss samt abgeschlossener dreijähriger Berufsausbildung
• gehobener Dienst: Fachhochschulreife, allgemeine Hochschulreife oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand

Weitere wichtige Eigenschaften für Polizistinnen und Polizisten sind Demokratieverständnis, Haltung, Teamwork, Kommunikationsfähigkeit, Entscheidungsvermögen, ein positives Erscheinungsbild und Flexibilität. Vorerfahrungen aus anderen Berufen oder Studiengängen, Fremdsprachenkenntnisse und auch Migrationshintergründe sind gerne bei der Polizei des Landes Brandenburg gesehen.

Dein Interesse ist geweckt? Dann bewirb dich und werde Teil unseres Teams!

Kontakt

Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg
Bernauer Straße 146
16515 Oranienburg
www.polizei-brandenburg-karriere.de
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