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Extra: Ausbildung & Studium 2020

Klar auf den Punkt gebracht

Höchste Zeit für das Bewerbungsschreiben. Der perfekte Lebenslauf, die schlimmsten Fehler und worauf Personaler achten

Nur eine gute Bewerbung verschafft dem Bewerber die Einladung zum Vorstellungsgespräch. FOTO: IVAN-BALVAN / ISTOCK

Simone Jacobius 

Jetzt wird es höchste Zeit. Wer im kommenden Jahr die Schule verlässt, sollte seine Bewerbungsschreiben vorbereiten. Die meisten Firmen akzeptieren auch noch die Papierversion. Standard sind heute aber vor allem Onlinebewerbungen, entweder in den Bewerbungssystemen der Unternehmen, die auch für Tablet und Handy optimiert sind, oder als E-Mail-Anhang.

Doch bevor es so weit ist, müssen Anschreiben und Lebenslauf erst einmal formuliert werden. Und da gibt es einige Fallen, in die man tappen kann.

Das Herzstück einer Bewerbung ist das Anschreiben. Viele nennen es auch Motivationsschreiben. Daraus sollte kurz und knackig hervorgehen, warum man sich für genau diesen Job geeignet fühlt, warum man in dem Unternehmen arbeiten möchte und mit welchen Zielen. Aber auch die aktuelle Position sollte nicht vergessen werden, beispielsweise „Ich besuche zurzeit die zehnte Klasse der XY-Schule …”. Wenn es schon einen Kontakt zu einer Person aus der Firma gab, beispielsweise bei einer Messe oder per Telefon, sollte darauf hingewiesen oder diese Person direkt angeschrieben werden.
Die besondere Herausforderung: All das sollte auf einer A4-Seite formuliert sein und der erste Absatz muss richtig einschlagen. „Im besten Falle schaffen Sie es, mich zu überraschen, mich neugierig zu machen. Ganz schlimm ist es, wenn ich davon gelangweilt bin“, sagt der Personaler eines mittelständischen Unternehmens in Berlin. Wer seine Bewerbung per E-Mail schickt, schreibt nur einen kurzen Zweizeiler, wenn das ausführliche Bewerbungsschreiben anhängt. Aber hier kann eine kreative Betreffzeile die Neugier wecken.

Ein No-Go ist es, dasselbe Standardschreiben an mehrere Firmen zu schicken oder abgedroschene Phrasen zu benutzen.

Zu jeder Bewerbung gehört auch der Lebenslauf – und zwar in tabellarischer gut übersichtlicher Form. Er verschafft den Personalern einen genauen Überblick über die Bildungsabschlüsse, die beruflichen Stationen und weitere Erfahrungen und Kenntnisse, die man bis dahin gesammelt hat. Dabei werden die aktuellsten Ereignisse an erster Stelle genannt, damit die Personalverantwortlichen die wichtigsten Angaben zuerst sehen.

Karriere-Experten empfehlen aktuell diesen Aufbau für den Lebenslauf:

Persönliche Angaben

Ganz wichtig: Der Lebenslauf beginnt mit den persönlichen Angaben. Ganz oben steht in der Kopfzeile der Name und die Adresse sowie E-Mail-Adresse und Telefonnummer, unter welcher der Personaler den Kontakt aufnehmen kann.

Bewerbungsfoto

In der rechten oberen Ecke könnte ein professionelles Bewerbungsfoto platziert werden. Dies ist zwar kein Muss, aber immerhin 82 Prozent der Personaler sehen trotzdem gerne, mit wem sie es zu tun haben, wie eine Studie ergab.

Beruflicher Werdegang

Danach folgt der berufliche Werdegang – beginnend mit dem letzten oder aktuellen Job. Zuerst werden die Zeitspanne (Monat/Jahr) und das Unternehmen genannt, in dem man gearbeitet hat, welche Position man innehatte und darunter in wenigen kurzen Stichpunkten eine Beschreibung der Aufgaben, die man bewältigt hat. Ein Passus, der bei Schulabgängern in der Regel entfällt.

Weiterbildungen, Praktika, Nebenjobs

An nächster Stelle folgen Weiterbildungen sowie Praktika und Nebenjobs, sofern diese eine Rolle für den Job spielen.

Ausbildung, Studium und Schule

Jetzt folgt der Abschnitt zu Schule und Berufsausbildung oder Studium. Auch hier steht der aktuellste Abschnitt an erster Stelle, beginnend mit Monat/Jahr. Wer eine besonders gute Abschlussnote erzielt hat, kann sie auch ruhig mit einfließen lassen. Beispielsweise „2013 bis 2019 Gymnasium, Allgemeine Hochschulreife mit 1,3“. Die Grundschulzeit spielt dabei keine Rolle.

Kenntnisse und Fähigkeiten

Im letzten Teil folgen die Angaben zu Kenntnissen und Fähigkeiten wie Fremdsprachen, Softwarekenntnisse oder auch die Führerscheinklasse, wenn sie für den Beruf relevant ist. Bei Fremdsprachen sollte auch immer angegeben werden, wie gut man sie spricht. Übliche Formulierungen sind: Muttersprache/muttersprachliches Niveau, verhandlungssicher in Wort und Schrift, sehr gute Kenntnisse in Wort und Schrift, gute Kenntnisse in Wort und Schrift, Grundkenntnisse.

Hobbys und Interessen

Sportliche Hobbys sagen viel über die Persönlichkeit des Bewerbers aus, „lesen” dagegen wird oft mit eigenbrötlerisch gleichgesetzt. Am besten überlegt man vorher, welche Hobbys für den Job relevant sein könnten.

Aus der Studie „Recruiting Trends 2017“ von Staufenbiel Institut und Kienbaum geht hervor, dass für den ersten Eindruck nicht viel Zeit bleibt: 40 Prozent der Personaler checken Bewerbungen in weniger als fünf Minuten. Und überraschenderweise ist es der Lebenslauf, den sich die meisten zuerst anschauen.

Was gar nicht gut ankommt: fehlerhafte Rechtschreibung. Bei 60 Prozent der Personaler wandert eine fehlerhafte Bewerbung direkt in den Papierkorb. Also besser noch einmal alles von einer anderen Person gegenlesen lassen. Auch Lücken im Lebenslauf fallen schnell auf, sie sollten gut erklärt werden können, sonst ist auch das ein K.-o.-Kriterium. Ein Standardanschreiben ohne individuelle Note bedeutet für 42 Prozent der Personalentscheider das Aus. Die Nennung eines falschen Ansprechpartners ist für 54 Prozent Grund für eine Ablehnung. Lügen, die bekanntlich kurze Beine haben, und Übertreibungen fallen den Verantwortlichen schnell auf: Sie kennen alle gängigen Tricks.
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