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Kulturzeit

Entdeckungen an der Elbe

Tipps für einen Tagesausflug, bei dem Dresdens Museumslandschaft im Fokus steht

Das Militärhistorische Museum wurde nach einem von Daniel Libeskind geplanten Umbau 2011 wiedereröffnet. FOTO: NICK HUFTON

Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Rund zweieinhalb Autostunden braucht man von der Spree an die Elbe: von Berlin nach Dresden. Neben Kulturmagneten wie der Semperoper, dem Residenzschloss und der Frauenkirche ist es vor allem Dresdens einzigartige Museumslandschaft, die zu einem Tagesausflug einlädt. Exemplarisch werden drei Orte vorgestellt, die mit einigem Organisationstalent auch an einem Tag besichtigt werden können.

Die erste Institution, die auf dem Plan steht, besitzt Bezüge zu Berlin. Ein Ableger des Militärhistorischen Museum der Bundeswehr (MHM) befindet sich neben Dresden auch in Gatow – auf dem Gelände des ehemaligen britischen Flugplatzes, auf dem die ersten Luftbrückenflugzeuge landeten. Während in Berlin der Schwerpunkt auf die Luftfahrt gelegt wird, widmet sich das Dresdener Mutterhaus vor allem den Fragen nach Ursachen und Folgen von Kriegen.

Es gibt noch eine zweite, architektonische Verbindung mit Berlin: Wer vor dem Gebäude steht, dem fällt der riesige, stahlgraue Keil ins Auge, der die neoklassizistische Fassade teilt. Dieses beeindruckende Element haben die Dresdener dem US-amerikanischen Stararchitekten Daniel Libeskind zu verdanken, der in Berlin dem Jüdischen Museum einen zickzackförmigen Anbau schenkte.

Vom Hygiene-Museum zum Dresdener Zwinger

Die Dresdener Symbolik ist offensichtlich: Der Keil durchbricht die Kontinuität der Militärgeschichte und korrespondiert mit der Ausstellungskonzeption, die einem Anti-Kriegsmuseum viel näher kommt als der militärischen Heldenverehrung. Auch die Themenräume und hohen Betonschächte erinnern an das Jüdische Museum.
Das Deutsche Hygiene-Museum liegt am Rande der Innenstadt. FOTO: OLIVER KILLIG
Das Deutsche Hygiene-Museum liegt am Rande der Innenstadt. FOTO: OLIVER KILLIG
In diesem Jahr feiert das MHM nun das zehnjährige Bestehen dieser Ausnahmearchitektur – höchste Zeit, diese bei einem Tagesausflug selbst in Augenschein zu nehmen.

Vom Rand der vor allem bei jungen Menschen äußerst angesagten Dresdener Neustadt geht es danach in die historische Innenstadt, in ein eher kleineres Museum, das allerdings in seiner Thematik nicht zeitgemäßer sein könnte. Wer verstehen will, warum Coronaviren und viele andere Krankheitserreger so tückisch für uns Menschen sind, sollte das Deutsche Hygiene-Museum besichtigen. „Abenteuer Mensch“ heißt die Dauerausstellung, die in sieben Themenräumen und mittels 1300 Exponaten den Menschen „gläsern“ sowie Leben und Sterben sichtbar macht – und neuerdings auch unsere Sexualität unter die Lupe nimmt. Eine neue Sonderausstellung beschäftigt sich zudem mit dem Verhältnis von Mensch und Maschine, genauer: künstlicher Intelligenz, die uns in den kommenden Jahrzehnten noch viel beschäftigen dürfte – nicht nur auf den Kinoleinwänden.

Im Prinzip unumgänglich ist ein Besuch des Dresdner Zwingers, jenem legendären Barockensembles, das ursprünglich auf Wunsch Augusts des Starken errichtet wurde und heute die Heimat zahlreicher Museen ist, die zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gehören. Die dortige Porzellansammlung umfasst wertvolle Stücke aus dem 17. Jahrhundert, im Mathematisch-Physikalischen Salon werden Uhren und wissenschaftliche Instrumente der vergangenen Jahrhunderte präsentiert und in der Gemäldegalerie Werke alter Meister gezeigt.

In der Gemäldegalerie lassen sich auch zwei temporäre Ausstellungen entdecken. Erstmalig ist im Rahmen von „Die innere und die äußere Welt“ (10. Dezember bis 27. März) Edward Hoppers Gemälde „Morning Sun“ in der Elbmetropole zu sehen. Die Leihgabe des Columbus Museum of Art sowie grafische Arbeiten des US-amerikanischen Künstlers werden zu Werken aus der Dresdener Sammlung in Beziehung gesetzt. Parallel dazu sind zehn Arbeiten des niederländischen Barockmalers Johannes Vermeer bis zum 2. Januar zu sehen. „Vermeer. Vom Innehalten“ widmet sich im Winckelmann-Forum der Gemäldegalerie vor allem seinem restaurierten Werk. MAX MÜLLER

Termine

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
Olbrichtplatz
01099 Dresden
Tel.: 0351 – 823-2803
www.mhmbw.de

Öffnungszeiten:
Montag, 10-21 Uhr, Dienstag, Donnerstag bis Sonntag, 10-18 Uhr

Deutsches Hygiene-Museum
Lingnerplatz
01069 Dresden
Tel.: 0351 – 484 60
www.dhmd.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 18 Uhr

Dresdener Zwinger
Sophienstraße
01067 Dresden
Tel.: 0351 – 49 14 20 00
www.der-dresdner-zwinger.de/de/dresdner-zwinger
www.gemaeldegalerie.skd.museum

Öffnungszeiten der Gemäldegalerie Alte Meister:
Dienstag bis Sonntag, 10-17 Uhr

Öffnungszeiten der Ausstellung Johannes Vermeer (bis 2. Januar):
Dienstag bis Freitag, 10-20 Uhr, Sonnabend, 8-20 Uhr, Sonntag, 8-18 Uhr
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