Anzeige
Themenwelten Berliner Morgenpost
Auszeit

Berlins Auszeit-Tipp: Danzigs Speicherinsel mit Spa & Wellness

Danzig erfindet sich neu – und lädt zu einem vielseitigen Wellnessurlaub ein

„Baltische Riviera“: Nur 13 Kilometer außerhalb Danzigs liegt das Seebad Sopot. FOTO: CASTENOID / ISTOCK

Friedrich Reip 

Den einen erinnern sie ein wenig an die historischen Wohnhäuser entlang der Grachten in Amsterdam, die andere an Fachwerk-Architektur. Doch tatsächlich sind die schmalen Gebäude, die sich auf der Speicherinsel entlang der Neuen Mottlau aneinanderreihen, vor allem eines nicht: alt.

Speicherinsel erwacht

Noch bis vor wenigen Jahren ließen hier, mitten im Zentrum Danzigs, schlicht einige wenige Ruinen sowie jede Menge Unkraut und Gestrüpp die Zeit über sich hinweg ziehen. Anno 1576 ist die Insel nach dem Aushub des Kanalbetts der Neuen Mottlau entstanden. An die 300 Getreidespeicher gab es zu diesem Zeitpunkt bereits in dem östlich der berühmten Danziger Rechtstadt gelegenen Gebiet. Doch wie rund 85 Prozent der Ostsee-Metropole wurden auch die Getreidespeicher, die der Insel ihren Namen geben, im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört. Ein einzelner historischer Speicher mit intakten Bauelementen blieb stehen. Hier ist heute das Archäologische Museum der Stadt untergebracht.
Nun weht ein frischer Wind auf der Speicherinsel. So entsteht etwa mit dem „Deo Plaza“-Projekt ein Wohn- und Freizeitviertel, das auch die wenigen historischen Elemente miteinbezieht. Ein besonders bildstarkes Beispiel ist das kürzlich neu eröffnete Radisson Hotel & Suites: Aus einem alten Speicherrumpf strebt eine vollverglaste Fassade empor. Wie das ausgezeichnete Steak-Restaurant zur Rechten, die Gastro-Markthalle mit Rooftop-Bar zur Linken und wie die anderen Lokale entlang der Promenade bringt das Haus Leben auf die Speicherinsel.
Frischer Wind auf der Speicherinsel: Neubauten am Ufer der Neuen Mottlau. FOTO: ALEX ANTON / IMAGO
Frischer Wind auf der Speicherinsel: Neubauten am Ufer der Neuen Mottlau. FOTO: ALEX ANTON / IMAGO
Zum Hotel wird auch ein Schwimmbad samt mehrstöckigem Spa gehören – noch allerdings bleiben die Türen zu, der Ausbau ist noch nicht abgeschlossen. Bis es so weit ist, kann man Termine im kleinen Wellnessbereich des nobleren Schwesterhotels in der Rechtstadt buchen. Weit hat man es dafür nicht: Über die Grüne Brücke und durch das Grüne Tor hindurch führt der Weg direkt auf den Długi Targ, den Langen Markt. Die prächtigen Fassaden, auch sie nahezu ausschließlich Rekonstruktionen nach dem Zweiten Weltkrieg, prägen das touristische Bild Danzigs. Entsprechend voll ist es hier.

Das Spa bietet eine Gelegenheit, diesem Trubel für ein paar stille Stunden zu entkommen. Für Entspannung sorgen neben der Dampfsauna vor allem fantasievolle Treatments, die Druckpunktmassagen mit Gaperpeeling und Masken auf Basis von warmer Schokolade oder Wassermelone kombinieren.

Natur und Party in Sopot

Wer Danzig gänzlich hinter sich lassen möchte, hat es hier an der Ostsee nicht weit zum nächsten Strand. Nur rund 13 Kilometer sind es bis nach Sopot, das gemeinsam mit Danzig und dem wohlhabenden Gdynia die sogenannte Dreistadt bildet. Die kurze Reise kann man mit der Bahn oder auf einem Radweg entlang der Küste zurücklegen – oder man findet Platz auf einem der Boote, die erst auf der Neuen Mottlau durch die spektakuläre Werft von Danzig tuckern und schließlich über die Weichsel hinaus aufs Meer. Auch Segelboote lassen sich für den etwa einstündigen Törn mieten.

Schon aus der Ferne sieht man die trutzig strahlende Skyline von Sopot: direkt am Strand ein majestätisches Grand Hotel, das schon allerlei Berühmtheiten beherbergt hat, ein hinreißender historischer Leuchtturm und ein mehr als 500 Meter langer Holzsteg, um den herum eine gar nicht so kleine Marina angelegt ist.

Das Seebad Sopot ist bekannt für zwei ganz unterschiedliche Dinge: für seine Kurhotels, in denen etwa Allergiker Erholung finden. Und für seine berüchtigte Partymeile. Bis zu 80.000 Menschen besuchen Sopot in den Sommermonaten – und zwar Tag für Tag. Jetzt im Herbst geht es deutlich entspannter zu. Nur die Möwen wollen keine Ruhe geben. Auf die Reize der „baltischen Riviera“ sind auch Luxushotels längst aufmerksam geworden: Bereits im nächsten Jahr eröffnet hier das nächste. Inklusive großzügigem Spa – denn das körperliche Wohlergehen soll auch hier im Mittelpunkt stehen.
 
Weitere Artikel