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Kamine liegen im Trend – vom Holzofen bis zum TV-Feuer

Flammen auf Knopfdruck: Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen Gaskamin ISTOCKPHOTO/MARINA SKOROPADSKAYA

Das Knacken der Scheite, das Flackern der Flammen, der Duft nach Holz: Ein echter Kamin fesselt und beruhigt zugleich und bringt vor allem während der kalten Jahreszeit Behaglichkeit ins Wohnzimmer. Doch nicht jeder hat die Möglichkeit, einen eigenen Kamin aufzustellen. Wer die Installation scheut, keinen Platz hat oder Angst vor offenem Feuer, muss dennoch nicht verzichten. Feuerromantik geht auch anders.

Kaminöfen

Ob im modernen Stahldesign oder mit traditioneller Natursteinverkleidung – Kaminöfen bekommen von Jahr zu Jahr eine größere Fangemeinde. Und das nicht nur wegen der Behaglichkeit: Sie heizen sich schnell auf und geben schon nach kurzer Zeit Wärme ab. Vor allem in der Übergangszeit können sie die Heizung komplett ersetzen. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Schornstein. Kein Problem in Häusern, da kann man notfalls sogar außen einen Edelstahlabzug nachrüsten lassen. Mieter setzen eher auf einen transportablen Kaminofen, weiß Michael Hieckmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft. Bei den ummantelten Kaminanlagen ist Speckstein mittlerweile nicht mehr angesagt. „Stattdessen wird gemauert, oft nur verputzt– und in schlichten Formen“, sagt Hieckmann.

Schwedenöfen
Ein Schwedenofen sorgt schnell für Wärme ISTOCK/NIXONCREATIVE
Ein Schwedenofen sorgt schnell für Wärme ISTOCK/NIXONCREATIVE
Auch wer sich für einen gusseisernen Schwedenofen entscheidet, benötigt einen Schornstein. Diese Art der Öfen ist die kleine Schwester der Kaminanlage. Er ist bereits vormontiert und fast sofort betriebsbereit. Dadurch, dass er auf alles Drumherum verzichtet, ist er auch deutlich preiswerter als eine Kaminanlage. Er hat eine feste Brennkammer und durch eine Scheibe kann man den flackernden Flammen zuschauen. Der Nachteil: So schnell, wie er einen Raum aufheizt, so schnell verschwindet die Wärme auch wieder. Er hat keine nennenswerte Speicherfähigkeit.

Ethanolkamine

In Wohnungen ist der Einbau von Kaminanlagen schwierig. Hier bieten etliche Hersteller inzwischen Ethanolkamine an, die keinen Schornstein benötigen. Bioethanol ist der derzeit umweltschonendste Brennstoff. Er wird aus Pflanzen hergestellt und verbrennt im Kamin nahezu rauchfrei und geruchlos. Der Ethanolkamin ersetzt jedoch keine Heizung, ist mit seinen heimeligen Flammen eher etwas fürs Auge.

Elektrokamine

Auch Elektrokamine sind klein, preiswert in der Anschaffung und völlig ungefährlich. Beim Elektrokamin ist allerdings alles Attrappe: Flammen flackern auf Glas und das Knistern kommt vom MP3-Player. Für kleine Räume oder die Übergangszeit ist die Heizleistung ausreichend, eine richtige Heizungsanlage kann er jedoch nicht ersetzen. Allerdings treibt der Elektrokamin die Stromkosten in die Höhe – und Feuerromantik mag auch nur schwer aufkommen.

Gaskamine

Auch beim Gaskamin gibt es Wärme und Flammen auf Knopfdruck. Aufgrund der aufwendigeren Technik sind allerdings auch die Anschaffungskosten höher. Dadurch, dass für Gas das Schornsteinrohr schmaler sein kann als für Holzöfen, gibt es mehr Möglichkeiten der Nachrüstung. Der Ofen kann an eine Erdgasleitung angeschlossen oder auch mit Gasflaschen betrieben werden. Mit einem Raumthermostat kombiniert sorgt er durch die integrierte Steuertechnik dafür, dass die Wunschtemperatur im Raum gehalten wir. Insgesamt eine sichere und saubere Variante. „Es entscheiden sich immer mehr Menschen für einen Gasofen, weil er platzsparender und bequemer ist. Schließlich muss man sich dabei nicht um die Holzvorräte kümmern“, sagt Hieckmann.

Effektfeuer

Etwas fürs Auge, aber ohne Wärmeerzeugung, sind sogenannte Effektfeuer. Nur Strom und destilliertes Wasser in Verbindung mit speziellen Leuchtmitteln, ein Ultraschallvernebler sowie ein Wassertank sind dafür nötig. Mit ihnen schafft man es, ein authentisches Flammenspiel zu erzeugen. Der freigesetzte ultrafeine Wassernebel trägt zusätzlich zur Verbesserung des Raumklimas bei.

Die preiswerteste, zugleich aber auch die am wenigsten romantische Variante ist, ein Kaminfeuervideo von Youtube oder Netflix über den Fernseher flimmern zu lassen.

Raus aus der Dunkelheit

Werden die Tage kürzer, sinkt mit den Temperaturen häufig auch die Stimmung. Was gegen Lichtmangel hilft
ISTOCK/BORCHEE
ISTOCK/BORCHEE
Judith Hyams 

Für die einen bedeutet die dunkle Jahreszeit kuschelige Stunden bei Kerzenschein und ein Gefühl von Gemütlichkeit. Andere hingegen bekommen in Herbst und Winter schlechte Laune und fühlen sich antriebslos. Lichtentzug ist in der kalten Jahreszeit an der Tagesordnung. Und das kann chronisch müde machen und sogar Winterdepressionen verursachen. Das liegt nicht etwa daran, dass die Welt ein bisschen grauer aussieht, sondern hat handfeste Gründe: Ohne Licht erhöht sich schnell der Melatoninanteil im Blut. Das Hormon steuert den Tag-Nacht-Rhythmus im Körper – mehr Melatonin macht also müde. Licht dagegen senkt die Konzentration von Melatonin im Blut, man wird aktiver. Gleichzeitig erhöht sich durch Licht die Produktion des „Glückshormons“ Serotonin, das unter anderem positiv auf unsere Stimmung wirkt. Auch die körpereigenen Vitamin-D-Speicher werden durch ausreichend Licht aufgefüllt. Dieser lebenswichtige Stoff unterstützt unter anderem das Immunsystem. Vitamin D wird zwar vom Menschen selbst gebildet, allerdings nur, wenn die Haut ausreichend mit UV-B-Licht bestrahlt wird. Und das gibt es im Normalfall nur draußen: Selbst an trüben Wintertagen liegt die Lichtstärke noch zwischen 2000 und 5000 Lux. Zum Vergleich: Die Lampen zu Hause bringen es nur auf magere 50 bis 500 Lux.

Eine Tageslichtlampe kann gegen den Winterblues helfen ISTOCK/ROCKY89
Eine Tageslichtlampe kann gegen den Winterblues helfen ISTOCK/ROCKY89
Dass sogenannte Lichttherapien gegen leichte saisonale Depressionen oder schlechte Stimmung helfen können, ist mittlerweile belegt. Doch wie sieht so eine Therapie aus? Zunächst braucht es eine hoch dosierte Lichtstärke – 10.000 Lux sollte eine Lampe schon abstrahlen, damit sie therapeutisch wirksam ist. Das ist übrigens ein Zehntel dessen, was die Sonne an einem wolkenlosen Sommertag abgibt. Auch sollte die Lampe nah am Gesicht platziert werden, idealerweise lässt man sich von der Seite beleuchten und schaut alle paar Minuten kurz direkt ins Licht. Bei einer Dosis von 10.000 Lux reicht oft schon eine halbe Stunde pro Tag. Außerdem empfehlen Experten, die Lichtdusche morgens einzuplanen – so kommt der Körper in Schwung. Meist zeigen sich Verbesserungen schon nach wenigen Tagen. Es dauert aber insgesamt etwa zwei Wochen, bis sich Energie, Leichtigkeit und Ruhe vollends ausgeprägt haben.

Wer Anzeichen einer Depression bei sich feststellt, sollte die Ursachen mit einem Arzt abklären. Bei einer leichten Winterdepression kann man eine Lichttherapie meist zu Hause durchführen. Zwar übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Lichtdusche nicht, jedoch werden Tageslichtlampen schon ab 50 Euro angeboten.

Die Lichttherapie gilt generell als gut verträglich. Nur Menschen, die an grünem Star leiden oder deren Netzhaut sich schon einmal abgelöst hat, sollten sich vorher mit einem Arzt absprechen.

Doch sollte – wer kann – nicht nur vor der Lichtdusche abhängen. Das einfachste Mittel gegen Winterblues ist immer noch Bewegung an der frischen Luft. Vielleicht kann ja der Gang in die Kantine durch einen Spaziergang abgelöst werden. Und wer dann noch die schönen Seiten des Winters in den Blick nimmt, sich etwa mit Freunden zum Kochen trifft oder in die Sauna geht, kann auch die kalte Jahreszeit richtig genießen.
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