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Auszeit

Barfuß gehen zur Stärkung des Gleichgewichtssinns

Barfuß gehen und laufen stärkt den Gleichgewichtssinn, die Koordination und Beweglichkeit. Mit diesen Übungen halten Sie nicht nur Ihre Füße fit

Kräftig zupacken 

Diese Übung stärkt die Wirbelsäule und verbessert die Koordination: Auf einen Stuhl oder auf den Boden setzen, einen Stift auf den Boden vor die Füße legen. Nun versuchen, den Stift mit den Zehen des linken Fußes zu greifen, anzuheben und fallen zu lassen. Fünfmal wiederholen, dann den Fuß wechseln.

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Auf die Zehenspitzen

An einem Stuhl oder Tisch festhalten und kontrolliert beide Fersen gleichzeitig anheben. Nun das Gewicht nach vorn auf die Ballen verlagern. Die Position 20 Sekunden halten, den Körper dann noch ein Stückchen höher heben, das Gewicht weiter auf die Zehenspitzen verlagern, kurz halten. Langsam wieder absetzen.

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Gelenke stärken

Auf ebenen Böden haben Fußmuskeln und Sprunggelenke viel zu wenig zu tun. Bauen Sie mit unterschiedlich großen Kissen eine kleine Strecke auf dem Boden und laufen Sie mit bewusstem Schritt drauf los. Tipp: Effektiv ist auch das Training mit sogenannten Balancekissen.
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Bal(l)ancieren

Diese Koordinationsübung funktioniert auch von der Couch: Einen Fuß auf einen Tennisball legen, Gewicht auf den Ball verlagern. Den Fuß etwa eine Minute lang hin und her bewegen. Fuß wechseln. Ruhig auch mit unterschiedlich großen Bällen ausprobieren und am besten täglich üben.
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Zehen heben

Einzelne Zehen zu heben, ist eine Herausforderung, die sich jedoch lohnt: Die Muskeln, die den großen Zeh heben, zählen zu den stärksten im Fuß. Sind sie trainiert, sorgt das für einen stabileren Stand und Gang. Für die Übung hüftbreit hinstellen und mit den großen Zehen starten, dann alle Zehen einzeln heben.

Endlich auf freiem Fuß

Barfuß gehen oder Sport haben – wenn richtig ausgeführt – positive Auswirkungen auf unsere Muskulatur und Haltung. Probieren Sie es aus, streifen Sie Schuhe und Socken ab
Tanja Ransom 

Bei den Olympischen Spielen 1960 verzichtete der äthiopische Marathonläufer Abebe Bikila auf seine Schuhe und ging, wie er auch in der Heimat trainierte, barfuß an den Start. Bikila gewann (zum zweiten Mal in Folge) den Marathon und stellte eine Weltbestzeit auf. Ob das wohl auch am Laufen ohne Schuhe lag?

Aus medizinischer Sicht jedenfalls nicht. „Schneller wird man meines Erachtens nach nicht, wenn man barfuß läuft“, sagt der Orthopäde Christoph Lukas vom Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Allerdings kann die kräftigere Fußmuskulatur Verletzungen und Rückenbeschwerden reduzieren, wenn man das Barfußlaufen maßvoll betreibt.“

Es sei wichtig, den Fuß langsam an die Mehrbelastung zu gewöhnen. „Wer intensiver läuft, sollte über Barfußübungen bei der Laufschule und Barfußeinheiten im Training nachdenken.“ Das gelte insbesondere für Vorfußläufer, also jene, die zuerst mit den Ballen auf dem Boden aufkommen. Fersenläufer profitieren vom Barfußlaufen deutlich weniger, das Überlastungsrisiko ist bei ihnen größer.

Und das ebenso schöne wie anstrengende Barfußjoggen und -walken am Strand? Optimal, so der Experte, denn gerade weiche Unterlagen böten sich zum Barfußlaufen an. Wichtig sei auch hier, dass man sich zuvor an das Barfußtraining gewöhnt.

Doch auch wer es ruhiger mag, profitiert davon, regelmäßig aus den Schuhen zu schlüpfen. „Barfußgehen kräftigt und fordert die vielen kleinen Muskeln im Fußbereich, die hinter einer steifen Sohle versteckt nicht trainiert werden“, sagt Lukas. Eine starke Fußmuskulatur könne die Haltung und Körperstatik verbessern. Generell sei Barfußgehen „die Variante, für die wir von Natur aus geschaffen wurden“, so Christoph Lukas. Dabei solle man jedoch beachten, „dass die Natur auch keine asphaltierten Wege vorgesehen hat.“ Hier ist man vor allem als Fersenläufer mit gut gedämpften Schuhen besser beraten.

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