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Auszeit

Ordnung nach Feng-Shui

Feng-Shui - Strenge Ordnung und das Fenster auf der richtigen Seite können den Geist beruhigen. ISTOCK/KATARZYNABIALASIEWICZ/ THE8MONKEY

Simone Jacobius 

Wer kennt es nicht: In einigen Räumen fühlt man sich einfach wohler als in anderen, ist kreativer, entspannter, konzentrierter oder auch fröhlicher. Der Mensch reagiert ständig – bewusst und auch unbewusst – auf sein Umfeld. Ziel sollte es daher sein, Räume zu schaffen, die den Bedürfnissen angepasst sind und in denen man sich auch wohlfühlt – egal, ob es sich um Wohn- oder Schlafzimmer, Büro oder den Garten handelt.

Frühling ist meist eine gute Zeit für die Generalüberholung der Wohnung: den Frühlingsputz. Ein Begriff, der fast altbacken klingt, aber an Aktualität nichts verloren hat. Die Fenster werden geputzt, damit die Sonnenstrahlen auch den letzten Winkel der Wohnung erreichen, Kleiderschränke werden umgeschichtet, die Wintersachen nach unten, Sommerkleidung nach oben. So mancher frischt noch etwas Farbe auf, tauscht Accessoires oder peppt alte Möbel auf. Die wiedergewonnene Klarheit bringt Ruhe und Energie in die Wohnung. So wie auch der chinesische Einrichtungsstil Feng-Shui, bei dem es darum geht, dass unser Qi, die Lebensenergie, ungehindert fließen kann.

Räume die nach Feng-Shui eingerichtet sind, sollen ihren Bewohnern ein Gefühl von Schutz, Geborgenheit und Stärke vermitteln Di Menschen müssen lernen zu erkennen, wie sie sich in einem Raum fühlen, um etwas ändern zu können. Wenn ich mich nicht wohlfühle, weiß ich, dass ich etwas verändern muss“, erläutert Peter Fischer vom Feng Shui Center Berlin. Denn letztlich gehe es dabei um die Interaktion zwischen Mensch und Raum. „Wer eine gute Intention hat, richtet seine Wohnung automatisch nach Feng-Shui ein, nämlich so, dass er sich wohlfühlt”, sagt Fischer. Allerdings sei es nicht so, dass ein Einrichtungsstil fürs ganze Leben gelte. Das Leben sei ein Prozess und daher müsse sich auch die Einrichtung immer wieder anpassen, so Fischer. Persönliche oder familiäre Umstände, Jahreszeiten, Krankheiten – alles würde mit einfließen.

Der Feng-Shui-Experte rät davon ab, nach einem bestimmten Dogma vorzugehen, sondern eher auf sein Gefühl zu hören. „Man kann nicht sagen, nach Feng-Shui MUSS das so sein“, sagt er. Von daher gibt er auch keine generellen Tipps, nur Anregungen, wie man mit kleinem Aufwand die Wohnung umgestalten kann, um die Lebensenergie in Schwung zu bringen.

Ein Schreibtisch direkt vor dem Fenster etwa sorgt für Inspiration, behindert allerdings die Konzentration. Wer konzentriert arbeiten will, sollte den Tisch eher seitlich zum Fenster stellen. Je nachdem, wo der Blick hinfällt und was sich im Rücken befindet, wirkt eine Einrichtung anders: Die meisten Menschen fühlen sich wohler, wenn sie keine Tür und kein Fenster im Rücken haben. Es zählt das Gefühl: Wenn auf der Couch oder im Bett Unruhe entsteht, sollte umgeräumt werden. Wer entspannt sitzt oder liegt, hat die Möbel dagegen richtig gestellt.

Auch das Farbspiel zählt. Einrichtung, Boden und Accessoires bilden eine Einheit. Mit Accessoires kann man auf momentane Stimmungen oder die Jahreszeiten schnell und preiswert reagieren. Im Frühling sind oft Pastelltöne und Blüten angesagt. Wichtig ist auch der Umgang mit Lichtquellen. Dunkle Ecken wirken unharmonisch.

Aber ganz gleich, ob man nun eher hoch hängende Schränke oder lieber überladene Bücherregale mag, die Fensterbretter voller Nippes hat oder sich doch allein auf die eine übersichtliche Zimmerpflanze beschränkt: Letztlich ist alles eine Frage des eigenen Stils und des seelischen Wohlbefindens.

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