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Auszeit

Insel Rügen für Wanderer & Yoga

Deutschlands größte Insel ist der ideale Ort für aktive Erholung. Vor allem Wanderer, Radfahrer, Surfer und Yoga-Freunde kommen dort auf ihre Kosten

Die Seebrücke in Binz ist ein beliebter Treffpunkt und lädt zum Bummeln ein. IMAGO/WESTEND61

Simone Jacobius 

Die einen suchen Action, die anderen wollen die Seele baumeln lassen. Doch in einer Hinsicht sind sich beide Gruppen meist einig: Je kürzer die Anfahrt zum Urlaubsziel ist, desto besser. Wenn dann noch häufig die Sonne vom Himmel lacht, sind die Urlaubsfreuden perfekt. Und in beiden Punkten steht die Ostsee bei den Berlinern und Brandenburgern hoch im Kurs. In gerade mal drei Autostunden ist Deutschlands größte Insel zu erreichen: Rügen. Hier bleiben keine Wünsche offen, die Region zählt zu den sonnenreichsten Orten Deutschlands und zudem liegt die Insel so nahe, dass sie sich auch für einen Kurztrip übers Wochenende eignet. Traumhafte, abwechslungsreiche Natur gepaart mit dem sogenannten Reizklima sorgt ganzjährig dafür, dass man sich aktiv erholen kann.

Etwa sechs Millionen Besucher zählt die Insel jedes Jahr, knapp zehn Prozent von ihnen sind Berliner, weiß Ulrike Andreesen von der Tourismuszentrale Rügen und nennt Rügen die „Badewanne der Berliner“. Der größte Reiz Rügens liegt, laut Ulrike Andreesen, in seiner Vielfalt. Denn auf 52 Kilometern Länge und 41 Kilometern Breite finden sich mondäne Seebäder, urige Fischerdörfer, Schlösser, kilometerlange Sandstrände, aber auch eine spektakuläre Steilküste und Buchenwälder, die zum Unesco-Weltnaturerbe zählen: Wer auf der Ostseeinsel etwas unternehmen will, hat die Qual der Wahl, Sehenswürdigkeiten, Freizeitangebote und Naturwunder gibt es nämlich reichlich. „Im Sommer kommen vor allem die Strandurlauber zu uns, wenngleich die Grenzen zum Aktivurlaub fließend sind. In der Vor- und Nachsaison sind es die Naturliebhaber und im Winter diejenigen, die die Eisschollen auf der Ostsee bewundern wollen“, sagt die Tourismusfachfrau. Da die Uhren auf Deutschlands größter Insel aber langsamer ticken als auf dem Festland, braucht man Zeit, um alles zu entdecken. Also auch geeignet für „Wiederholungstäter“.

Die Kreidefelsen, die der Maler Caspar David Friedrich weltberühmt machte, sind vormittags schneeweiß. ISTOCK/MCS-PHOTOGRAPHY
Die Kreidefelsen, die der Maler Caspar David Friedrich weltberühmt machte, sind vormittags schneeweiß. ISTOCK/MCS-PHOTOGRAPHY
Zu den bekanntesten Zielen zählen die berühmten Kreidefelsen, die schon den Maler Caspar David Friedrich bezauberten. Sie gehören zum Nationalpark Jasmund, der im Nordwesten der Insel nördlich der Hafenstadt Sassnitz liegt. Dort liegt auch das markante Wahrzeichen von Rügen: der Königsstuhl. Der Kreidefelsen ist ganze 118 Meter hoch. Und hier gibt Andreesen gleich einen Tipp: „Am besten vormittags hingehen, dann sind sie strahlend weiß. Später am Tage erscheinen sie eher grau.“

Wer vor allem Strandurlaub sucht, für den bietet sich besonders die Schaabe an: ein schöner lang gezogener Sandstrand im Osten der Insel, der eher einer baumbewachsenen Sandbank zwischen Bodden und Ostsee ähnelt. Inzwischen ist auch die dort im Nationalsozialismus entstandene und heute unter Denkmalschutz stehende Ferienanlage in Prora zu modernen Ferienwohnungen umgebaut worden, die sich auf fünf Kilometern Länge direkt am weißen Ostseestrand befinden. Der Denkmalschutz macht das möglich, was heute nicht mehr genehmigt werden würde. Der Baumwipfelpfad in der Nähe ist noch relativ neu, wird aber im Sommer wie im Winter gerne besucht – nur die Tageszeiten sind andere.

Die benachbarten Orte Sellin und vor allem Binz sind Seebäder, wie sie im Buche stehen: prachtvolle Kurhäuser direkt am Sandstrand, weit ins Meer hineinreichende Seebrücken zum Schlendern und lange Sandstrände voll trubeligen Lebens. Die historischen Gebäude sind überwiegend restauriert und geben ein harmonisches Bild ab. Viele Restaurants, hübsche Geschäfte und die gut drei Kilometer lange Strandpromenade laden zum Bummeln ein.
Yoga beim Wellenrauschen ist auf Rügen sehr beliebt. ISTOCK/LUTAVIA
Yoga beim Wellenrauschen ist auf Rügen sehr beliebt. ISTOCK/LUTAVIA
Wandern kann man besonders gut im Nationalpark Jasmund oder im Mönchgut. Letztlich gibt es aber über die ganze Insel verteilt ein umfangreiches Netz an Wanderwegen. Auch mit dem Fahrrad kann man die Insel gut erkunden. In beiden Fällen bieten sich immer wieder eindrucksvolle Ausblicke, idyllische Rastplätze oder Einkehrmöglichkeiten.

Aber Rügen ist nicht nur für seine faszinierende Natur bekannt und bei Radlern und Wanderern beliebt, sondern hat sich auch als Surf-Spot einen Namen gemacht. Die weiten Strände, die guten Winde und die vielen flachen Gewässer machen die Insel zum perfekten Ort für Anfänger und Fortgeschrittene im Bereich Windsurfen und Kitesurfing. Es gibt eine große Anzahl an Surf- Locations und Surf-Schulen. Viele der Spots sind jedoch stark vom Wind abhängig. Hier muss man also flexibel reagieren und auch mal den Spot wechseln. Am wenigsten windabhängig ist man auf der Halbinsel Wittow. Auch Golfer können sich an vielen Plätzen quer über die Insel verteilt erfreuen. Und für Pferdefreunde gibt es etliche Gestüte und private Anbieter, die hoch zu Pferde lange Ausflüge durch die schönsten Landschaften der Insel anbieten.

Doch immer stärker entwickelt sich die Insel auch zum Yoga-Retreat. Retreat bedeutet in diesem Fall Rückzug – Rückzug aus dem Stress des Alltags, Entspannung und Stressabbau in der Natur. Allein das Zwitschern der Vögel und das Rauschen der Brandung unterstützen die Asanas (ruhende Körperstellung im Yoga) direkt am Strand. „Diese Yoga-Retreats sind stark im Aufwind. Zwischen zehn und 20 Yoga-Schulen gibt es inzwischen und Yoga- Kurse direkt am Strand. Sogar Yoga-Fasten ist im Angebot“, sagt Ulrike Andreesen. Sich Zeit nehmen und zu sich selbst zurückfinden läge einfach im Trend. Beliebt dafür sind die Ostküste, Göhren aber auch Mönchgut. Das Fazit: Rügen ist eine Insel der aktiven Entspannung, zum Innehalten und die Seele einfach mal baumeln lassen.

Rügen in Zahlen

- Fläche: 926 km²
- Einwohner: ca. 74.000
- Küstenlänge: ca. 574 km
- Höchste Erhebung: 161m (Piekberg/Jasmund)
- Strandlänge: ca. 57 km
- Sonnenstunden im Jahr: 1805,3 (2017 gemessen in Kap Arkona, Steilküste im Norden Rügens)
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