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Eine Hommage an den jüdischen Humor

Der Intendant der Jüdischen Kulturtage Berlin steht am 8. November gleich zweimal selbst auf der Bühne

Karsten Troyke (l.) und Gerhard Kämpfe sind ein eingespieltes Team. FOTOS: R. EKIMOV; R.SCHEUREGGER / COLLAGE: K. TROYKE

Normalerweise agierte Gerhard Kämpfe hinter der Bühne. Dass er die Seiten wechselte, verdankt er zwei Frauen. Schauspielerin Katharina Thalbach zeigte sich begeistert davon, wie er jüdische Witze erzählte. Und Schauspielerin Nadine Schori richtete den Abend „Lerne lachen, ohne zu weinen“ ein, bei dem Katharina Thalbach mitwirkte – und nunmehr zum fünften Mal Gerhard Kämpfe. Wiederholungen wird es nicht geben, denn er kenne „so viele jüdische Witze und Anekdoten, dass ich mühelos 600 bis 700 am Stück erzählen könnte“. Was wohl auch daran liegt, dass der Sohn einer jüdischen Mutter von Kindesbeinen an mit jüdischem Humor umgeben war.
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„Gott lacht mit seinen Geschöpfen, nicht über seine Geschöpfe“, heißt es seitdem nicht nur im Talmud. Doch was ist der jüdische Witz eigentlich? „Es ist immer einfach, Witze über andere zu machen“, erklärt Gerhard Kämpfe. „Doch dem jüdischen Witz ist zu eigen, dass der Erzähler über sich selbst lachen kann. Und wenn man das kann, dann ist alles nur noch halb so schlimm“, erklärt der Entertainer. Außerdem sei auch immer ein Fünkchen Wahrheit darin, etwas, das zum Nachdenken über den Menschen und seine Eigenheiten anrege.

Am 8. November steht Gerhard Kämpfe gleich zweimal auf der Bühne des Renaissance-Theaters. Vormittags empfängt er mit jiddischen Anekdoten und Liedern unter dem Motto „Gott lacht mit seinen Geschöpfen“, am frühen Abend lädt er zu „Lerne lachen, ohne zu weinen V“ ein. Immer mit dabei ist Sänger und Schauspieler Karsten Troyke. „Wir arbeiten seit Jahren eng und vertrauensvoll zusammen. Karsten ist ein fantastischer Sänger“, schätzt Gerhard Kämpfe den Künstler, den man auch den „jiddischen Barry White“ nennt. Stehen die beiden während der Matinée nur zu zweit auf der Bühne, wird es am Abend turbulenter. Dann kommen nicht nur Karsten Troykes Band und Sängerin Sharon Brauner hinzu, sondern auch die Schauspieler Winnie Böwe, Nadine Schori, Ingo Naujoks und Felix von Manteuffel. Sie lesen humorvolle Geschichten jüdischer Autoren, darunter von Oliver Polak und natürlich von Ephraim Kishon. Zum Weinen gibt es also keinen Grund. Im Gegenteil. Das jüdische Leben sei so reich an Kultur und Traditionen, dass es ihm ein Anliegen sei, etwas davon mit seinem Publikum zu teilen, meint Gerhard Kämpfe. Immer hätten Jüdinnen und Juden darauf geachtet, dass ihre Kultur, ihre Religion und natürlich auch ihr Witz von Generation zu Generation weitergegeben wurden. „Und wenn die Menschen nach einer meiner Veranstaltungen mit einem Schmunzeln im Gesicht und einem Lächeln in den Augen nach Hause gehen, bin ich glücklich.“ Barbara Hoppe

Termine

Gott lacht mit seinen Geschöpfen
8. November, 11.30 Uhr

Lerne lachen, ohne zu weinen V
8. November, 18 Uhr

Renaissance-Theater Berlin
Knesebeckstraße 100/Ecke Hardenbergstraße
Charlottenburg
Tel.: 030/312 42 02
www.renaissance-theater.de
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