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Themenwelten Berliner Morgenpost
Shalom Berlin

Lieder, die das Leben schrieb

Das Programm des israelischen Weltstars Dudu Fisher setzt sich aus religiösen Liedern und den Musical-Hits zusammen, mit denen der Sänger berühmt wurde

Der 68-jährige Sänger und Musiker gastiert nach fast zehn Jahren wieder in Berlin. FOTO: GERHARD ALON

Ein Weltstar und ein Weltenbummler ist David Fisher, den die meisten nur unter seinem Künstlernamen Dudu kennen. Im Laufe seiner Karriere als Kantor, als Interpret alter jiddischer und moderner hebräischer Lieder und vor allem als Musicaldarsteller trat Dudu Fisher in der ganzen Welt auf. In seinem Heimatland Israel ebenso häufig wie am West End in London und am Broadway in New York. Eigentlich gibt es kein großes internationales Opernhaus, in dem Dudu Fisher die Zuschauer nicht schon in seinen Bann gezogen hätte.

Sein Ausnahmetalent wurde bereits früh erkannt. Nach dem Militärdienst für die israelische Armee, der in die Zeit des traumatisierenden Jom-Kippur-Krieges fiel, wurde er im jungen Alter von nur 22 Jahren zum Kantor an der Großen Synagoge in Tel Aviv ernannt. Später verrichtete der orthodoxe Jude seinen religiösen Dienst in Südafrika, im legendären „Borscht Belt“ im New Yorker Umland und in den Synagogen der Metropole. Doch der Gottesdienst allein füllte ihn nicht aus. Fisher entdeckte Ende der 80er-Jahre das Musical für sich. Er verkörperte von 1987 bis 1990 die Rolle des Jean Valjean in der hebräischen Fassung von „Les Miserables“. Es folgten Engagements im Londoner West End und am New Yorker Broadway. Dort blieb er der bis dato einzige Darsteller, der von den Vorstellungen am Freitag und Samstag freigestellt wurde, um den Sabbat einzuhalten.
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„Die vergangenen Monate waren für uns alle im Showbusiness sehr hart“, sagt Dudu Fisher im Hinblick auf die weltweite Corona-Pandemie, die auch für ihn, den Metropoliten und Weltstar, entscheidende Einschnitte mit sich brachte. „Veranstaltungen wurden abgesagt und etliche meiner Freunde waren ohne Arbeit.“ Fisher arbeitete vor allem am Schreibtisch. „Ich habe ein Skript für einen Film und neue Songs geschrieben und Zeit mit meiner Familie verbracht. Besonders mit meiner Mutter, die 89 Jahre alt ist. Glücklicherweise habe ich viele Live-Shows über Zoom für Organisationen und Gemeinschaften auf der ganzen Welt sowie Shows in Israel für Senioren gemacht und mich so beschäftigt.“

"Meine Show ist eine kurze Zusammenfassung der Geschichte meines Lebens"

Dudu Fisher, Sänger

Umso mehr freut sich Dudu Fisher nun darauf, endlich wieder live und vor Publikum auftreten zu können. „Es ist lange her, dass ich Berlin das letzte Mal besucht habe. Und ich bin sehr gespannt darauf, im November wiederzukommen“, so Fisher. „Ein Besuch in Deutschland ist für mich immer mit gemischten Gefühlen verbunden. Ich bin schließlich Sohn eines Holocaust-Überlebenden. Aber ich liebe das deutsche Publikum und freue mich sehr darauf, meine Fans wiederzusehen.“

„Lieder, die das Leben bedeuten“ könnte man Dudu Fishers Auftritt nennen, der ein Best-of seiner liebsten religiösen als auch weltlichen Lieder darstellt. „Meine Show ist eine kurze Zusammenfassung der Geschichte meines Lebens. Ich werde Lieder singen, die im Laufe der Jahre zu einem Teil meines Lebens wurden. Es gibt Kantorale, einige jiddische Lieder, israelische Songs und natürlich Evergreens aus den Musicals, in denen ich gespielt habe. Wie Lieder von ‚Le Miz‘, ‚Fiddler on the Roof‘ und mehr. Ich bin sicher, wir werden eine tolle Zeit haben und den Abend zusammen genießen.“ Max Müller

Termine

Dudu Fisher
14. November, 20 Uhr

Synagoge Rykestraße
Rykestraße 53
Prenzlauer Berg
Tel.: 01806/999 00 07 07
(0,20 EUR/Verbindung aus dt. Festnetz, max. 0,60 EUR/Verbindung aus dt. Mobilfunknetz)
www.juedische-kulturtage.org

Grußwort der Veranstalter

Lange Zeit haben wir gebangt, ob wir aufgrund der Covid-19 Pandemie überhaupt spielen können. Letztendlich haben wir uns entschieden, die Jüdischen Kulturtage Berlin stattfinden zu lassen — natürlich unter strikten Hygieneauflagen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir sowohl den Protagonist* innen auf der Bühne, allen Mitarbeiter*innen hinter der Bühne und den verschiedenen Spielstätten die Möglichkeit geben können, endlich wieder tätig zu werden. Vor allen Dingen aber freuen wir uns, dass Sie, unser Publikum, nach dieser monatelangen kulturellen Durststrecke wieder das Berliner Kulturleben und hier insbesondere die jüdische Kultur erleben können.

Auch im 33. Jahr der Jüdischen Kulturtage Berlin haben wir uns um eine möglichst große Bandbreite der jüdischen Kultur bemüht. So konnten wir mit der großartigen Sängerin NOA, der wunderbar skurrilen Band Jewish Monkeys oder dem international populären Entertainer und Broadwaystar Dudu Fisher spannende Künstler aus Israel einladen. Mit der Märchenoper „Das Tierhäuschen“ haben wir uns etwas für unsere kleinen Besucher ausgedacht und das jugendliche Publikum wird sich über den interreligiösen Poetry Slam im Pfefferberg Theater freuen. Ebenso wird es wieder den schon traditionellen Balagan Day für die ganze Familie geben.

Zum ersten Mal spielen wir außer in der Synagoge Rykestraße auch in der Synagoge Pestalozzistraße, wo das preisgekrönte Jerusalem Duo gastiert, und auch das Centrum Judaicum ist das erste Mal mit dabei, dort mit dem Programm „Tehorah“, welches bereits in der Carnegie Hall ausverkauft war. Bitte lesen Sie aufmerksam unsere Hygienemaßnahmen durch. Wir möchten Sie, unsere Besucher*innen, genauso gesund nach Hause schicken, wie Sie zu uns kommen. In diesem Sinn, seien Sie willkommen bei den 33. Jüdischen Kulturtagen Berlin mit einem herzlichen „Shalom Berlin“.

Dr. Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
Sara Nachama, Kulturdezernentin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
Gerhard Kämpfe, Intendant der Jüdischen Kulturtage Berlin
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