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Themenwelten Berliner Morgenpost
Ausbildung & Studium 2020/2021

Training für Körper und Geist

Das Studium Fitnesswissenschaft und Fitnessökonomie bereitet auf Führungsaufgaben in der Sportbranche vor

Wer Fitnessökonomie studiert, kann Sportlichkeit mit Managementaufgaben kombinieren. FOTO: STOCKFOUR / ISTOCK

Dagmar Trüpschuch 

Im wahrsten Sinne dual – das ist der Bachelorstudiengang „Fitnesswissenschaft und Fitnessökonomie“. Es ist ein dualer Studiengang, der sowohl Job und Studium miteinander verbindet als auch die auf den ersten Blick widersprüchlichen Aspekte Fitness und Ökonomie. „Für mich der Studiengang der Wahl“, sagt Studentin Marlene Raschendorfer. Der duale inhaltliche Aspekt gibt ihr Sicherheit für die Zukunft. „Wenn es bei gesundheitlichen Problemen mit der Fitness nicht mehr klappt, kann ich dank einer guten Ausbildung in BWL auch einen Beruf in der Wirtschaft ergreifen“, sagt die 25-Jährige, die ihr Zahnarztstudium abgebrochen hat, weil sie Studium und ihre sportlichen Interessen nicht unter einen Hut bringen konnte. Marlene Raschendorfer reitet und trainiert Pole Dance. Ein weiterer Pluspunkt: Schon während des berufsbegleitenden Fernstudiums verdient sie Geld.
Bundesnachrichtendienst
Ein sportlicher Beruf mit vielen Perspektiven

Vor rund vier Jahren suchte sie sich eine Stelle im Sportstudio EMS-Werk und bewarb sich mit dem Arbeitsvertrag in der Tasche an der IST-Hochschule für Management. Die staatliche Institution bietet unter anderem anerkannte Fernstudiengänge in Sport, Fitness, Gesundheit, Tourismus, Medien und Kommunikation an. Darunter den dualen Studiengang „Fitnesswissenschaft und Fitnessökonomie“. Mittlerweile ist Marlene Raschendorfer im siebten Semester und wird bald ihre Bachelorarbeit schreiben. Täglich arbeitet sie im „EMS-Werk“. Für sie der ideale Arbeitsplatz. Zum einen, weil sie das Training mit elektrischer Muskelstimulation (EMS) interessiert, zum anderen, weil es ein kleines Studio mit familiärer Atmosphäre ist. Sie betreut maximal zwei Kunden gleichzeitig. Dazu gehören Menschen, die ihre Kraft oder Ausdauer verbessern wollen, aber auch Menschen mit gesundheitlichen Problemen.

„Gutes Zeitmanagement und sehr viel Selbstdisziplin gehören dazu, um das Studium in sieben Semestern zu schaffen.“

Marlene Raschendorfer, Studentin

Alle Kunden tragen beim Training eine Funktionsweste mit Elektroden, die elektrische Impulse an den Körper senden. Sie trainieren Arm-, Bein- oder Bauchmuskulatur gegen den elektrischen Widerstand – unter Anleitung von Trainern. 20 Minuten dauert ein Training, Marlene Raschendorfer trainiert mit, zeigt die Übungen und korrigiert Körperfehlhaltungen. Sie erstellt individuelle Trainingsprogramme und berät bei Ernährungsfragen. Zwei bis drei Tage in der Woche ist sie im Studio, an den anderen Tagen arbeitet sie im Büro und kümmert sich um Verträge, Beitragszahlungen oder organisiert Marketingkampagnen. Mittlerweile ist sie Assistentin der Geschäftsführung, was sich positiv auf ihr Gehalt auswirkt. Ihr Arbeitgeber zahlt auch die Studiengebühren der privaten Fernhochschule.

Ihre Arbeitszeit beträgt 35 Stunden in der Woche, für die Uni lernt sie an ihren freien Tagen oder nach Feierabend. „Gutes Zeitmanagement und sehr viel Selbstdisziplin gehören dazu, um das Studium in sieben Semestern zu schaffen“, sagt sie. Die Möglichkeit, die reguläre Studienzeit kostenfrei um drei Semester zu verlängern, ist für sie keine Option. Wichtig sei, Prioritäten zu setzen. „Es ist schwer, Arbeit, Studium, Hobbys und Freunde unter einen Hut zu bringen.“ Obwohl es eine große Herausforderung sei, dual zu studieren, schätzt sie es, selbstständig und mit individueller Zeiteinteilung lernen zu können – ein großer Vorteil des Fernstudiums, findet sie. Online-Vorlesungen und Tutorials kann sie zu jeder Zeit besuchen. „Auch die Prüfungen kann ich mir selber legen.“

Ein oder zwei Mal pro Semester hat sie Präsenzphasen in Berlin. Sie dienen der Vertiefung der erlernten Module. In den „Gutes Zeitmanagement und sehr viel Selbstdisziplin gehören dazu, um das Studium in sieben Semestern zu schaffen.“ Marlene Raschendorfer, Studentin Modulen des General Managements hat sie betriebswirtschaftliches und rechtliches Grundlagenwissen erworben, in branchenspezifischen Modulen wie „Sportmedizinische Grundlagen“, „Diagnostik und Trainingswissenschaften“, „Fitnessmanagement“ sowie „Medizinisches Fitnesstraining und Gruppentraining“ erlernte sie die für die berufliche Praxis wichtigen Fähigkeiten und Qualifikationen. Zudem hat sie während des Studiums anerkannte Trainerlizenzen erworben, um auch später mit Krankenkassen abrechnen zu können. Wahlmodule, wie zum Beispiel „Personal Training“ oder „Prävention und Rehabilitationssport“, ergänzen die Ausbildung.

„Es ist ein Studium, dass die geistige und körperliche Fitness schult“, sagt Marlene Raschendorfer. Mit ihre Ausbildung könnte sie später ein eigenes Sportstudio leiten, Führungsaufgaben in Fitnessclubs übernehmen oder in Wellness- und Sporthotels arbeiten.
 
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