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Themenwelten Berliner Morgenpost
Ausbildung & Studium 2020/2021

Umwelt und Nachhaltigkeit im Blick

Umwelt- und Ressourcenmanager brauchen breites Fachwissen – entsprechend interdisziplinär ist das Studium

Umweltmanager arbeiten häufig bei Start-ups, Energieversorgern oder als Berater. FOTO: LL28 / ISTOCK

MRA GmbH & Co. KG
Christine Persitzky 

Sich mehr für den ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft einsetzen – das wollen oder müssen immer mehr Unternehmen, Behörden und Organisationen. Sie sind dafür verstärkt auf der Suche nach Experten in Sachen Umwelt und Ressourcen. Für dieses komplexe Themengebiet brauchen Bewerber breites Fachwissen aus verschiedenen Bereichen. Vermittelt wird dieses vor allem in interdisziplinär konzipierten Studiengängen in den Fächern Umwelt- und Ressourcenmanagement.

Umweltmanagement, Umweltwissenschaft und Umweltingenieurwesen – mit diesen drei Fachgebieten beschäftigen sich Studierende im englischsprachigen Bachelorstudiengang „Environmental and Resource Management“ (ERM) der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). „Es ist gar nicht so einfach, sich innerhalb von drei Jahren drei Disziplinen anzueignen“, meint Studiengangskoordinator Mohamed Elhag. „Die Studierenden gewinnen dabei aber vielseitige Expertise und können sich dann gut in einem Bereich spezialisieren.“

Nach dem Start mit naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen folgen Lehrveranstaltungen in Wassermanagement, Geowissenschaften, Umweltplanung und Umweltrecht ebenso wie Umweltökonomie, -philosophie und -soziologie. Der Studiengang ist sehr international angelegt: Im fünften Semester ist ein Auslandsaufenthalt Pflicht. Viele der jährlich 50 bis 60 Studienanfänger kommen bereits aus dem Ausland. Eine Zulassungsbeschränkung gibt es nicht.
Abgeordnetenhaus Berlin
Ähnlich international und interdisziplinär ist der Masterstudiengang „Integrated Natural Resource Management“ (INRM) an der Humboldt Universität zu Berlin (HU) aufgestellt. „Es geht darum, natur- und sozialwissenschaftliche Aspekte der Nachhaltigkeit zu integrieren“, umschreibt Studiengangleiter Klaus Eisenack die Zielrichtung des Studienangebotes, das verschiedene Aspekte von Nachhaltigkeit, unter anderem Klimawandel, Artenvielfalt, Wassermanagement und Landwirtschaft fokussiert. Mehr als die Hälfte der Studierenden des komplett englischsprachigen Studiengangs kommen aus dem Ausland. „Wir bieten einen sehr guten Zugang zum wissenschaftlichen Arbeiten“, so Eisenack, „schon allein aufgrund zahlreicher Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen in Berlin und der Region.“

Auf die jeweils zum Wintersemester angebotenen 45 Plätze kommen regelmäßig 150 bis 250 Bewerber. Die Mindestqualifikation besteht – neben den erforderlichen Englischkenntnissen – in einem Bachelor-Abschluss in einem passenden Fach.

Kooperationen bieten breites Studienangebot

In einer Fachhochschulkooperation bieten die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) und die Beuth Hochschule für Technik Berlin gemeinsam den Masterstudiengang „Wirtschaftsingenieur/in Energie und Umweltressourcen“ an. Das Studieren an zwei Hochschulen erfordert ein gewisses Maß an Organisationsfähigkeit. Aber: „Mit den technischen Aspekten von Seiten der Beuth Hochschule und den wirtschaftlichen Studieninhalten aus der HWR hat man als Studierender das Beste aus zwei Welten“, wirbt Frank Witte von der HWR für das Angebot.

Inhaltlich geht es um das Thema Nachhaltigkeit. Konkret finden sich Wirtschaftlichkeitsrechnung, Energie- und Umweltressourcenmanagement sowie Innovationsmanagement ebenso auf dem Stundenplan wie technisches, chemisches und physikalisches Basiswissen sowie Ingenieursmathematik. „Das Studium ist schon ausdrücklich theoriegeleitet, dennoch stehen ganz praktische Probleme und deren Lösungen im Mittelpunkt“, so Witte. In jedem Wintersemester gibt es an der HWR mit Standort in Berlin Schöneberg 45 Studienplätze.

Arbeit finden die Absolventen vor allem an der Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft, zum Beispiel bei Energieversorgern genauso wie bei Start-ups oder in der Politikberatung.
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