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Themenwelten Berliner Morgenpost
Wohnen am Wasser

Urban leben an der Spree

Lange Zeit befanden sich die Spreelagen in Charlottenburg und Moabit in einem Dornröschenschlaf. Jetzt ist das attraktive Areal endgültig erwacht – und begeistert Immobilienkäufer mit spannenden Neubauprojekten

Wohnen am Wasser mitten in der Stadt: Bauprojekt „No. 1 Charlottenburg“. ZIEGERT

Wenn die Rede auf Charlottenburg kommt, denken viele Berliner als Erstes an Orte wie den Savignyplatz, an dem prunkvolle Altbauten für gediegenes Wohnflair sorgen. Wer sich hier eine Immobilie zulegen will, sollte über ein großzügiges Budget verfügen. Als weit weniger prominent galt bislang das nördliche Charlottenburg, an der Grenze zu Moabit. Dort, wo sich die Spree gemächlich durch die Häuserzeilen schlängelt. Über viele Jahre hinweg wurden diese Wasserlagen entlang der Lebensader kaum wahrgenommen.

Neuer Liebling der Projektentwickler

Erst als das Grundstücksangebot immer knapper wurde, begannen Projektentwickler, sich mit den zahlreichen Spreelagen im Westen und Osten Berlins zu beschäftigen, und entwarfen Wohnkonzepte, die den Traum vom Wohnen am Wasser mitten in der Stadt ermöglichen.

So geschehen auch bei einem Objekt, das unter dem Namen „No. 1 Charlottenburg“ vermarktet wird. An der Englischen Straße in der Nähe des S-Bahnhofs Tiergarten entstehen bis zum Herbst 2019 272 Wohneinheiten, die sich auf zwei Hochhäuser in unmittelbarer Wasserlage sowie 13 klassische Stadthäuser verteilen. Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 38 und großzügigen 154 Quadratmetern – Penthouseatmosphäre inklusive. In den Vertrieb gebracht werden die Wohnungen zu einem Quadratmeterpreis, der je nach Einheit zwischen knapp 7000 Euro und rund 13.000 Euro liegt. Laut dem verantwortlichen Immobilienbüro Ziegert sind bereits rund 100 der 272 Einheiten verkauft. Sprecherin Hermin Bartelheimer erklärt sich den Erfolg des Neubauensembles in erster Linie über die Lage: „Die Attraktivität von Wohnungen in Wasserlage und Wassernähe ist traditionell sehr hoch, weil Grundstücke an Gewässern eine unverbaubare Aussicht, eine vergleichsweise ruhige Wohnlage und einen insgesamt hohen Erholungswert versprechen. Das alles findet man hier in zentralster Lage.“ Die bisherigen Käufer wären zu gleichen Teilen Eigennutzer und Kapitalanleger. Erstere bevorzugen laut Ziegert größere Wohnungen in den beiden direkt an der Spree gelegenen Hochhäusern. „Die kompakten Grundrisse der Zwei-Zimmer-Wohnungen lassen sich sehr gut vermieten und sind daher für die Kapitalanleger von großem Interesse“, sagt Bartelheimer. 
Neubau in Moabi. t    B & L REAL ESTATE
Neubau in Moabi. t B & L REAL ESTATE
Wer entlang der Spree ein Stück ostwärts geht, gelangt nach wenigen Hundert Metern nach Moabit. Das einstige Arbeiterviertel ist vollständig von Kanälen und Wasserstraßen umgeben. Kein Wunder, dass die Suche nach Spreegrundstücken gerade auf dieser „Insel“ auf Hochtouren läuft. Eine Gelegenheit für Immobilieninteressenten ist beispielsweise das direkt an der Spree gelegene Projekt „Oasis“ an der Bachstraße, in Sichtachse der Siegessäule. Im Frühjahr 2019 sollen die auf fünf Häuser verteilten 101 Neubauwohnungen bezugsfertig sein. Insgesamt wird ein Areal von 4000 Quadratmetern bebaut. Künftige Bewohner profitieren nicht nur von der Wasserlage, sondern auch von der bereits vorhandenen Infrastruktur des Hansaviertels mit seinen ikonischen Wohnhochhäusern aus den 1950er-Jahren.

Umwidmung attraktiver Spreegrundstücke

Neben der Entwicklung unbebauter Flächen wurden beim Run auf die Lage auch Grundstücke identifiziert, die im Zuge der Wohnungsknappheit umgewidmet werden konnten – so geschehen in Charlottenburg beim Projekt „Spree-One“ an der Dovestraße 1. Das rund 20.000 Quadratmeter große Areal befindet sich bereits seit fast 50 Jahren im Besitz der Optima-Aegidius-Firmengruppe. Bis zum Abriss im Jahr 1992 war das Gebiet von Lagerhallen geprägt, an deren Stelle damals die „Spreeresidenzen“ mit 254 Wohneinheiten errichtet wurden – der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Rund ein Vierteljahrhundert später befindet sich das Gebiet erneut im Aufbruch. „Anwohner schätzen die einmalige Wasserlage und die idyllische Uferpromenade mit Wanderwegen bis zum Kanzleramt“, sagt Optima-Aegidius-Geschäftsführer Jens Laub. Ende 2016 ließ das Unternehmen auch den benachbarten, aus dem Jahr 1972 stammenden Spree-Tower abreißen. Auf dem Gebiet entsteht derzeit das von Nöfer Architekten geplante Projekt „Spree-One“.

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