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Themenwelten Berliner Morgenpost
Weihnachten genießen 2019

Umtauschrausch - Fehlgriff

Wenn Geschenke nicht gefallen oder nicht passen, kann umgetauscht werden wenn man den Bon noch hat

Foto: Adobe Stock/fritzibrau

Manuela Blisse  

Der Geschenke-Umtausch zwischen den Jahren ist zum Ritual geworden. Den noch ist der Run auf die Geschenke größer als der Weg von Socken, Krawatten & Co. zurück an den Verkaufsort. „Wir haben nach Weihnachten keine spürbare Umtauschwelle“, sagt KaDeWe-Sprecherin Marie-Theres Lehmann. „Mittlerweile werden über alle Sortimente hinweg in der Regel weniger als fünf Prozent der Geschenke umgetauscht“, weiß Stefan Hertel, Sprecher des Handelsverbands Deutschland. Als Grund führt er die zunehmende Zahl an Gutscheinen und Geldgeschenken an. Im November und Dezember würden die Einzelhändlerin Deutschland rund drei Milliarden Euro Umsatz mit dem Verkauf von Gutscheinen verdienen, die drei Jahre gelten.
Doch das Problem bei Nichtgefallen bleibt. Der Handel gibt sich zumeist kulant. Was im Laden gekauft wurde, muss der Händler nicht zurück nehmen, da die Ware vor Ort geprüft werden konnte. „In der Praxis aber nehmen viele Geschäfte Gekauftes wieder zurück“, so Heike van Laak von der Stiftung Warentest über die freiwillige Serviceleistung, für die man in jedem Fall den Kassenbon oder einen anderen Kaufnachweis dabei haben sollte. Allerdings kann der Händler auch einen Gutschein statt Bargeld rausgeben. Auch die Fristen sind händlerabhängig, die einen gewähren zwei, die anderen vier Wochen. Verderbliche Lebensmittel können vom Umtausch ausgeschlossen sein. Auch sollte man sicher kundigen, ob man beim Kauf in einer Filialkette Ware in einem anderen Geschäft zurückgeben kann. „Prinzipiell nehmen wir vier Wochen nach dem Kauf alles zurück und zahlen, sofern ein Bon vorhanden ist, das Geld aus. Um die Weihnachtszeit sind wir tatsächlich kulanter und tauschen auch noch um, wenn der Kunde ein paar Tage zu spät dran ist. Ton- und Bildträger aller Art müssen verschlossen, Bücher unbeschadet sein“, sagt Hugendubel-Sprecher Tony Poland. Bei Mängeln haben die Kunden, so Heike van Laak, gesetzlichen Anspruch auf Reparatur oder ein wandfreie Ersatzware: „Kommt der Händler dem nicht nach, kann der Kunde vom Kauf zurücktreten und er hält den Kaufpreis erstattet.“ 

Bei Online-Käufen haben die Kunden mehr Freiheiten. „Die Bestellung kann ohne Begründung innerhalb von zwei Wochen ab Erhalt der Ware widerrufen werden. Nach der Widerrufserklärung muss die Ware innerhalb von 14 Tagen an den Händler zurückgeschickt werden“, so die Stiftung-Warentest-Sprecherin. Versiegelte CDs oder DVDs seien allerdings, so bald die Versiegelung geöffnet ist, eben so vom Widerruf ausgenommen wie Maßanfertigungen, Konzert- und Theaterkarten. Grundsätzlich widerrufbar ist der Kauf eines E-Books. Erfolgt jedoch ein Download, erlischt das Widerrufsrecht. Übrigens wer den Online-Präsente seltener zurückgeschickt. Mit nur 3,5 Prozent Retouren sind die Berliner recht zufrieden mit ihren Geschenken.

Auch wenn der Geschenkekauf mit Unwägbarkeiten verbunden ist, sollte man sich nicht davon abhalten lassen, seine Lieben zu beschenken – je persönlicher, desto weniger Umtauscherei gibt es.
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