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Weihnachten genießen 2019

Weiße Weihnacht - I´m Dreaming of a White Christmas ...

Nur alle fünf Jahreschneit es in Berlin zu Weihnachten. Aber genaue Prognosen sind erst wenige Tage vorher möglich

Foto: iStockphoto/vadim_fl

Max Müller  
 
Die Weihnachtszeit wird nicht nur in Supermärkten mit Spekulatius, Dominosteinen und Co. frühzeitig eingeläutet. Auch Andreas Friedrich, Sprecher beim Deutschen Wetterdienst (DWD), muss sich bereits im Spätsommer mit dem Wetter rund um die Festtage beschäftigen.„ Ich bekomme alle Jahre wieder bereits im September Medienanfragen, ob sich dieses Mal eine weiße Weihnacht anbahnt“, so der Diplom-Meteorologe. „Ich sage in solchen Fällen immer scherzhaft: ‚Natürlich gibt’s weiße Weihnachten, oben auf der Zugspitze‘.“ Denn Prognosen über so einen langen Zeitraum seien alles andere als wissenschaftlichfundiert. Den noch ließen sich grundsätzliche Aussagen über das Weihnachtswetter treffen – ausgehend von den Daten, die der DWD in den vergangenen sieben Jahrzehnten erfasst hat.
So erläutert der Experte, dass aufgrund des Klimawandels in den kommenden Jahren durchaus mit einem Anstieg der Schneefallgrenze gerechnet werden muss. „Im Schnitt gibt es alle zehn Jahre weiße Weihnachten, das zeigen unsere Daten der vergangenen Jahrzehnte“, so Friedrich. Unter „weißer Weihnacht“ verstehen Meteorologen, dass es an den drei Feiertagen eine Schneedecke von mindestens einem Zentimeter gibt. Flächendeckend weiße Weihnachten gab es nach dieser Definition zuletzt 2010 in Deutschland.

"Treffsichere Prognosen, ob mit Schneefall gerechnet werden kann, können erst drei bis vier Tage vor Weihnachten erstellt werden", so der Experte.

Dabei gilt: Je höher man das Fest feiert, desto höher ist auch die Chance auf Schnee. "In den Alpen bei Lagen ab 2000 Metern kommt der Niederschlag ohnehin als Schnee, aber auch in den Mittelgebirgen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es zu Weihnachten schneit. “Allgemein betrachtet stehen die Chancen im Nordwesten Deutschlands am schlechtesten, rodeln zu gehen oder mit den Kindern den Weihnachtsmann im Schneetreiben zu suchen. Besser sieht es da im Südosten des Landes aus. Das spiegelt sich auch in den Städten wider: In der bayerischen Landeshauptstadt München fällt im Schnitt alle zwei Jahre Schnee zu Heiligabend, in Berlin hingegen nur alle fünf Jahre. Ist es Mitte Dezember schon besonders kalt, setzt um Weihnachten häufig Tauwetter ein, erklärt Andreas Friedrich. Vor allem in den Städten gibt es dann statt Weihnachtsschnee richtiges „Schmuddelwetter“. Dann hilft nur noch, Bing Crosbys Single „White Christmas“aufzulegen und sich dazu eine weihnachtliche Winterkulisse vorzustellen.
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