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Weihnachten genießen

Advent: 24 × Vorfreude

Adventskalenderideen, die die Wartezeit bis Heiligabend versüßen

Wer Spaß am Basteln hat, gestaltet für seine Lieben 24 persönliche Überraschungen. Fotos: iStockphoto/Switlana Symonenko/magpie3studio

Türchen für Türchen rückt der große Tag näher. Um die Zeit vor Heiligabend nicht langweilig werden zu lassen, wurden bereits im 19. Jahrhundert die ersten Adventskalender im deutschsprachigen Raum erfunden. Vor allem Kinder, für die „Zeit“ ein noch eher abstrakter Begriff ist, konnten so anhand des Kalenders ablesen, wie häufig sie noch schlafen mussten. Der Adventskalender wurde damit schon damals zum Zeitmesser der Tage bis Heiligabend und ist bis heute kaum mehr wegzudenken aus der Vorweihnachtszeit.
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Von Bildchen zu Geschenken

Um 1840 war es, als Eltern begannen, Tag um Tag Bilder mit weihnachtlichen Motiven an die Wand zu hängen. Andere malten 24 Kreidestriche an die Tür, von denen die Kinder jeden Tag einen wegwischen durften. In einigen katholischen Gegenden durften die Kleinen für gute Taten täglich einen Strohhalm oder eine Feder in die Krippe legen, damit das Jesuskind schön weich und gemütlich liegt.
Die Anfänge des Adventskalenders: Jeden Tag legten Kinder einen weiteren Strohhalm in die aufgestellte Krippe.
Die Anfänge des Adventskalenders: Jeden Tag legten Kinder einen weiteren Strohhalm in die aufgestellte Krippe.
Erst 1902 entstand die erste gedruckte Weihnachtsuhr mit 24 Liedtexten und Bibelversen. Zwei Jahre später erschien der erste Weihnachtskalender „Im Lande des Christkindes“, basierend auf einer Idee von Gerhard Lang, der selber als Kind von seiner Mutter einen selbst gebastelten Kalender bekam: einen Karton mit 24 Kästchen, auf denen jeweils ein Gebäckstück klebte.

Als Teilhaber der lithografischen Anstalt Reichhold & Lang steckte der Pfarrerssohn seine Kindheitserinnerungen in die Schaffung immer neuer kreativer Weihnachtskalender – zuerst nur mit Bildchen, von denen täglich eins aufgeklebt werden durfte, ab 1920 mit Türchen, die sich öffnen ließen. Seinen weltweiten Siegeszug trat der Adventskalender allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg an. Während die reinen Bild-Kalender auf eine künstlerische Bildsprache angewiesen sind, überzeugen die gefüllten Adventskalender durch genau dieses – ihre Füllung.
Weihnachtsdeko: An Ästen aufgehängt oder als Wandschmuck sind kreative Adventskalender echte Hingucker.
Weihnachtsdeko: An Ästen aufgehängt oder als Wandschmuck sind kreative Adventskalender echte Hingucker.
Nichts, das es nicht gibt

Inzwischen gibt es kaum etwas, das es nicht im Adventskalender gibt. Viele Firmen nutzen das Produkt auch als beliebte Marketingstrategie: Von edlen Destillaten über vegane Kostproben, Parfümerieartikel und Sexspielzeug bis zu Gummitieren oder Playmobil-Figuren ist im 21. Jahrhundert fast jedes Produkt auch in Adventskalenderform erhältlich. Denn die Zielgruppe sind längst nicht mehr nur Kinder. Für jede Alters- und Fangruppe, Menschen mit verschiedenen Hobbys und Interessen gibt es passende Kalender. Im vergangenen Jahr hatten 73 Prozent der Deutschen einen Adventskalender. Insgesamt werden hierzulande jährlich rund 80 Millionen produziert, 30 Millionen davon gehen ins Ausland.

Der ursprünglich religiöse Gedanke hat an Bedeutung verloren. Heute spielen die kleinen Geschenke eine wichtigere Rolle. Aber auch Originalität. Selbst gestaltete Kalender erleben einen Boom. In diesem Jahr laut Umfrageportal Statista mehr als sonst.
Fotos: Adobe Stock/Alexander Hoffmann/trialartinf
Fotos: Adobe Stock/Alexander Hoffmann/trialartinf
Selbst gemachte Kalender liegen im Trend

Martin Rüther vom Hobbyshop Rüther bestätigt diesen Trend: „Das ist schon relativ lange ein großes Thema bei uns. Es ist enorm, wie vielseitig die Gedanken sind, die sich die Leute dazu machen.“ In den Hobbygeschäften gibt es eine große Menge an Zubehör, von Papp- oder Spanschächtelchen in unterschiedlichen Größen über Papiertüten bis zu kleinen Stoffbeuteln und Acrylkugeln kann alles gefüllt werden. „Auch das Angebot an unterschiedlichen Zahlen, an Stickern und Papier wird jedes Jahr größer“, sagt Rüther.

Wer keine Idee hat, wie er seine Tüten und Schächtelchen präsentieren kann, wird bestimmt im Internet fündig (zum Beispiel auf www.gofeminin.de, www.thatslife.de oder www.handmadekultur.de). So kann man Päckchen an Leinen hängen, an Bügeln oder Leitern drapieren, kleine Dörfer daraus bauen oder sie an einen Korb hängen, der mit Weihnachtssternen gefüllt ist. Gutscheine oder kleine Schachteln können an Zweige gebunden oder alles kann auf einem großen bunten Brett befestigt werden. Alternativ kommt alles in eine Metallschüssel und muss herausgefischt werden.

Wer keine schnöden Päckchen packen möchte, nimmt beispielsweise Socken oder aber kleine Emailleeimer, die später noch Verwendung auf dem Balkon finden können. Auch kleine Papprollen aus dem Altpapier, Muffinförmchen oder simple Becher lassen sich gut verzieren.

Wer nicht den gesamten Kalender selbst fertigen möchte, kann Sets erwerben, etwa auf www.mein-adventskalender.de, die nur noch zu befüllen sind. Kleiner Tipp: Kinder freuen sich nicht nur über Süßigkeiten, sondern lassen sich oft auch mit Snacks wie Nüssen oder Trockenobst begeistern, mit kleinen Stiften, Figuren oder Radiergummis. Für Erwachsene eignen sich durchaus auch Gutscheine für Unternehmungen, Kerzen oder Mini-Proben aus der Parfümerie.

Originelles für jedes Alter

Wer gar keine kreative Ader hat, für den gibt es aber natürlich auch weiterhin fertige Produkte. Für jeden Geschmack und Geldbeutel findet sich etwas in den Regalen der Verkäufer. Große Ketten wie Douglas oder Thalia bieten genauso Adventskalender an wie kleine Geschäfte oder Manufakturen. Bei Dussmann gibt es beispielsweise diverse Buch-Adventskalender mit 24 Kurzgeschichten oder Kapiteln. Mit sinnlichen Geschmackserlebnissen wirbt die Firma Lakrids by Bülow. Die Kalender sind gefüllt mit Lakritz-Schoko-Kugeln in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen – immer im Doppelpack zum Teilen. Berliner Schokolade finden Naschkatzen im Rausch-Adventskalender: 24 Minis zum Genießen. Auch Sawade bietet jeden Tag eine leckere Süßigkeit. Der hübsch illustrierte Kalender mit alkoholfreien oder auch gemischtem süßem Sortiment ist zugleich ein schöner Blickfang. Die Berliner Kaffeerösterei bietet für jeden Tag im Dezember eine andere Kaffeesorte als ganze Bohne, aber auch einen Teekalender. Für alle Räucherfreunde gibt es bei Manufaktum das „Labdanum Räucherkästchen“ mit 24 unterschiedlichen Räucherstoffen passend zur Jahreszeit. Die Firma Junglück hat sich beim Adventskalender der Nachhaltigkeit verschrieben: Für jeden Kalender mit 24 nachhaltigen Pflegeprodukten werden 24 Bäume gepflanzt. Und Freunde edler kulinarischer Genüsse in fester oder flüssiger Form werden beim Onlineportal www.foodist.de fündig. Simone Jacobius
 
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