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Themenwelten Berliner Morgenpost
Weihnachten genießen

Im Trend: Die Renner unterm Baum

Auch Gaben gehen mit der Zeit. Was diese Weihnachten besonders gerne verschenkt wird

Im Kulturkaufhaus Dussmann hat das Weihnachtsgeschäft längst begonnen. Fotos: Dussmann, Adobe Stock/leszekglasner, iStockphoto/TinaFields/RG-vc/nicolas_

Von wegen gute, alte Schallplatte. Sie ist längst wieder angesagt. „Das Thema Vinyl legt mehr als ein Revival hin, über alle Genres hinweg“, zeigt sich Susanne Hellmann, Geschäftsleitung Vertrieb beim Kulturkaufh aus Dussmann, begeistert. Das Weihnachtsgeschäft, sagt sie, habe bereits begonnen, und Schallplatten werden unter vielen Weihnachtsbäumen zu fi nden sein. Vergangenes Jahr noch nicht zu fi nden, hat 2020 eine Produktgruppe pandemiebedingt Premiere: „Der Informationsbedarf zum Thema Corona ist riesig. Wir verkaufen Sach- und Kinderbücher sowie ganz allgemein Titel zu den Themen Pandemie und Viren sehr gut“, so Hellmann. Generell sei jetzt schon zu beobachten, dass sich die Kunden nach Klassikern bei Buch, Film oder Musik sehnten.
Futurium
Früher als sonst – 34 Prozent der Deutschen wollen ihre Weihnachtseinkäufe noch vor Dezember erledigt haben und fast jeder Fünfte hat bereits die ersten Präsente besorgt – ist das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr gestartet. Das ergab eine aktuelle Weihnachtsumfrage des Marktforschungsinstituts Censuswide im Auftrag von Ebay Advertising. Beeinflusst wird die Geschenkeauswahl im Coronajahr 2020 stark durch die finanzielle (39 Prozent) und wirtschaftliche (29 Prozent) Situation. 30 Prozent der Bundesbürger planen in diesem Jahr weniger Geld für das Weihnachtsfest ein. Das aber soll vor allem für kreative (35 Prozent) und funktionale Geschenke (34 Prozent) ausgegeben werden. Weil in der Krise viele ein neues Hobby entdeckt haben, etwa Sport, Backen, Gaming und Gärtnern, sollen die Präsente entsprechend gewählt werden.
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Passend zum Wunsch von 64 Prozent der Deutschen, das Fest traditionell und im Kreise von Familie und Freunden zu verbringen, gilt es, die gemeinsame Zeit zu gestalten. „Gesellschaftsspiele sind nach wie vor sehr beliebt. Nicht erst seit der Lockdown-Zeit haben noch mehr Leute Digital Detox, also den Verzicht auf digitale Geräte und Medien, tatsächlich einmal ausprobiert und Gefallen gefunden“, weiß Alexander Straßko vom Steglitzer Spielwaren- und Bastelladen Werken, Spielen, Schenken. „Gerade Exit-Spiele sind sehr gefragt, Familienspiele und Klassiker sowieso. Aber auch anspruchsvollere Strategiespiele werden zunehmend nachgefragt“, führt er aus. Dennoch müssen sich die Kunden darauf einstellen, dass, so Alexander Straßko, coronabedingt dieses Jahr weniger Spiele-Neuheiten publiziert werden.
Drei große – wenig überraschende – Geschenktrends gab es Weihnachten 2019. Laut Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), gehörten dazu Gutscheine, Elektroartikel und Spielwaren. Mehr als 20 Milliarden Euro seien dafür schäzungsweise ausgegeben worden, online und stationär. Allgemein scheinen sich Einzelhandel und Internetshopping dabei weniger zu duellieren als vermutet. „Unser neuer Online-Shop ergänzt unser stationäres Geschäft sehr gut, beides befruchtet sich“, berichtet auch Susanne Hellmann von Dussmann.
Vinyl-Fieber: Schallplatten stehen 2020 auf vielen Wunschlisten.
Vinyl-Fieber: Schallplatten stehen 2020 auf vielen Wunschlisten.
Dieses Jahr deutet der Wunsch von 35 Prozent der Deutschen bei der Censuswide-Weihnachtsumfrage einen ganz besonderen Trend an: kreativ sein und kreativ schenken. Das kann Davina Grazia Glatz, Customer Brand Manager beim Selfmade Store in Tempelhof, nur bestätigen. „Die Leute haben jahrelang konsumiert und weggeworfen. Jetzt ist der Wunsch nach Nachhaltigkeit und bewussterem Konsum deutlich spürbar“, sagt sie zur Weniger-ist-mehr-Entwicklung und zu einer gesteigerten Wertschätzung eines jeden Geschenks durch Doit-Yourself (DIY). In einem speziellen Workshop Weihnachtsgeschenke für Familie und Freunde zu kreieren, ist eine Möglichkeit. Eine andere, persönliche DIY-Geschenkboxen unter den Weihnachtsbaum zu legen. Manuela Blisse
 
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