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Themenwelten Berliner Morgenpost
Weihnachten genießen

Nächstenliebe: Helfende Hände gesucht

Weihnachten ist das Fest der (Nächsten-)Liebe. Wer einfach mal etwas Gutes tun möchte, wird mit sprichwörtlich offenen Armen empfangen. Denn aufgrund der Corona-Pandemie werden Ehrenamtliche dringend benötigt. Ein Überblick

In der Essensausgabe Gutes tun: Die Suppenküchen suchen dringend Helfer.

Je kälter es draußen ist, desto größer wird die Not. In den Wintermonaten sind Berlins Kältehilfen aktiv und die Notübernachtungen der Stadt geöffnet, um den Ärmsten der Gesellschaft das Überleben zu ermöglichen. Alle Jahre wieder werden hierfür Freiwillige gesucht. In diesem Jahr dringender als je zuvor, denn aufgrund der Corona-Pandemie hat sich die Situation noch einmal verschärft. Das Abstandhalten muss geübt und Hygienekonzepte müssen umgesetzt werden (Stichwort: Desinfektion!). Hinzu kommt, dass viele Ehrenamtliche ausfallen, weil sie zu Risikogruppen gehören. Kein Wunder also, dass zahlreiche Organisationen und Träger von Hilfseinrichtungen dringend auf der Suche nach neuen „helfenden Händen“ sind. Doch wie findet man das passende Angebot?
Fotos: Adobe Stock/ribalka yuli, iStockphoto: cienpies, Halfpoint
Fotos: Adobe Stock/ribalka yuli, iStockphoto: cienpies, Halfpoint
Von der Suppenküche bis zur Seniorenbetreuung

In Zeiten des schnellen Internets ist das leichter denn je. So informieren die größeren Einrichtungen auf ihren Websites über Möglichkeiten, sich zu engagieren. In der Suppenküche der Franziskaner an der Wollankstraße braucht man regelmäßig Unterstützung in der Küche sowie Helfer für die Essensausgabe oder die Kleiderkammer. Interessierte können einfach vorbeikommen oder – besser – sich vorab telefonisch an kündigen. Die Berliner Stadtmission wiederum hat eine ganze Reihe von Einsatzstellen – von der Betreuung der Notübernachtungseinrichtungen über die Mithilfe im Integrationsladen Komm & Sieh und dem Engagement für Geflüchtete bis hin zur Betreuung von Senioren.

Wer lieber eine kleine Organisation unterstützen möchte oder nach einem Projekt im eigenen Kiez sucht, sollte sich die Plattform www.vostel.de genauer anschauen. Dort werden Ehrenamtliche und Projekte zusammengebracht. Man kann nicht nur nach einem Einsatzort, sondern auch nach Tätigkeitsfeldern oder danach filtern, wie häufig man sich einbringen will. Unter den Projekten sind auch solche, bei denen man ortsunabhängig mitmachen kann, etwa wenn eine Website überarbeitet werden soll oder ein Social-Media-Experte benötigt wird.
 
Viele Senioren fühlen sich derzeit einsam. Oft helfen schon kurze Gespräche.
Viele Senioren fühlen sich derzeit einsam. Oft helfen schon kurze Gespräche.
Motivation statt Qualifikation

Man kann aber auch Patenschaften übernehmen, Lebensmittel an karitative Einrichtungen ausliefern oder beim Upcyceln gebrauchter, aber noch guter Mode helfen. Ähnlich wie www.vostel.de funktionieren die Portale www.gute-tat.de und www.freiwillig.de. Auch auf der offiziellen Website der Stadt, www.berlin.de, finden sich zahlreiche Projekte und Einsatzstellen. Für viele ehrenamtliche Aufgaben braucht es keine besondere Qualifikation, aber die richtige Motivation. Oftmals wird man im Vorfeld des ersten eigenen Einsatzes geschult oder auch von erfahrenen Ehrenamtlichen angeleitet.

Auch wer wenig Zeit hat, kann mit kleinen Gesten große Freude bereiten. Alle Jahre wieder findet die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ statt. Die Idee: Man packt einen Schuhkarton mit allerlei nützlichen und süßen Sachen, die gehen dann an bedürftige Kinder in der ganzen Welt. Auch die Kirchen haben spezielle Aktionen rund um das Weihnachtsfest. Die evangelische Kirche in Form von „Brot für die Welt“, die katholische Kirche sammelt Geld für die Aktion „Adveniat“. Max Müller
 

GEMEINDEARBEIT

Katholische Kirche

Der Pressesprecher der katholischen Kirche in Berlin versichert, dass die Gemeinden diese Weihnachten im Freien singen und beten werden, auf Plätzen vor den Kirchen. „Vermutlich werden die Gottesdienste an Weihnachten kürzer sein, dafür aber häufiger, damit mehr Menschen – mit Abstand – in die Kirchen kommen können. Und auch Krippenspiele wird es geben. Vieles ist noch lange nicht mit letzter Gewissheit planbar. Sicher ist nur: Wir wollen trotz Abstand alles versuchen, um den Menschen nahezukommen und Licht ins Dunkel zu bringen.“

Evangelische Kirche

„In der Hoffnung, dass wir draußen gemeinsam sicher feiern können, planen viele Kirchengemeinden aktuell Advents- und Weihnachtsgottesdienste im Freien. Den Kirchengemeinden ist es wichtig, Menschen Gemeinschaft – wenn auch in Grenzen – vor Ort zu ermöglichen“, erklärt der Sprecher der Evangelischen Kirche in Berlin. So sollen beispielsweise in einigen Kirchen mehrere kurze Gottesdienste mit weniger Personen hintereinander stattfinden. Andere Gemeinden planen Weihnachtsspaziergänge oder „Hirtenfeuer“ im Freien. Viele werden zudem digitale Angebote für die Advents- und Weihnachtszeit anbieten, auch über Social Media. Die Ideen sind dabei sehr vielfältig. Beispielsweise lesen Prominente die Weihnachtsgeschichte vor und stellen die Aufnahmen auf YouTube zur Verfügung. Auch wollen Kirchengemeinden Weihnachtsgottesdienste aufnehmen oder live streamen. Kirchenmusiker*innen planen, digitale Adventskalender und Weihnachtslieder zum Mitsingen auf die Gemeindeseite zu stellen. Einige Pfarrerinnen und Pfarrer bieten auch Andachten und Gottesdienste per Telefon an.

Eine wichtige Rolle in Bezug auf Einsamkeit fällt zur Weihnachtszeit sicher auch der kirchlichen Telefonseelsorge (Telefon: 0800 / 111 0 111) und dem Corona-Seelsorgetelefon (030 / 403 665 885, www.c-st.berlin) zu.
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