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Weihnachten genießen

Silvester: Es wird wieder aufgegabelt

Das Fondue ist der Festtagsklassiker schlechthin. Durch und durch spießig muss es deshalb noch lange nicht sein

Fotos: iStockphoto/margouillatphotos/_LeS_/noblige

Endlich gibt es wieder einen Anlass, das Fondue aus der hintersten Ecke der Abstellkammer zu holen. Schließlich ist das gemütliche und unkomplizierte Gericht ein Favorit unter den Silvesterschmäusen.
Ausgefallene Beilagen sorgen für Abwechslung

Fest steht: Während wir das Fondue das restliche Jahr über schamlos ignorieren, sieht das in der französischsprachigen Schweiz, Savoyen, Piemont und im Aostatal, ganz anders aus: Hier geht Käsefondue immer, überall, zu jeder Zeit. In der Schweiz verteidigt man den Käsemarathon mit dem Argument, der Ursprung liege in der Kappeler Milchsuppe, die beim Friedensschluss im ersten Kappelerkrieg 1529 gegessen wurde. So sehr, dass sie in den 1950er-Jahren zum Nationalgericht ernannt wurde. Manch einer sagt hingegen, schon im Griechenland der Antike soll man eine Art Fondue gekannt haben. Einig sind sich alle, dass es zu den geselligsten Gerichten gehört. „Fondue ist das soziale Event unter den Gerichten“, findet zum Beispiel Bloggerin Tine Grasmann. „Die ganze Familie kann vorher gemeinsam schnippeln. Beim Essen selbst fehlt dann niemand.“ Wenn das kein Pluspunkt ist.
Doch wenn man sich am Ende fragen muss, ob nun das Kilo Käse oder der Liter Kirschwasser für Halluzinationen sorgen, ist wenig gewonnen. Klar, in heißem Fett schmeckt fast alles, aber mal ehrlich: Das muss doch auch anders gehen! Fragt man Tine Grasmann, ist der Brühe-Topf die bessere Version. „Brühe-Fondue ist der perfekte Mittelweg: stinkt nicht, ist leicht, schmeckt jedem“, sagt sie. Und es passt zu beidem: delikaten Fleisch- oder knackigen Gemüsestücken, die mit der Gabel aufgespießt werden.
Dessert: Beim Schokoladenfondue kommt Obst auf den Spieß.
Dessert: Beim Schokoladenfondue kommt Obst auf den Spieß.
Fragt sich nur noch: Was wird als Beilage dazu gereicht? Kartoffeln? „Wer es extravaganter mag, kann auf Süßkartoffelsticks setzen“, so Grasmann. „Super eignen sich auch saisonale Kohlsorten wie Wirsing oder Grünkohl. Die schmecken in Brühe blanchiert besonders gut. Und wer richtig experimentierfreudig ist, plant ein Themenfondue mit Motto Orient und reicht Couscous-Salat und Mango-Chutney.“ Na dann: So geht Fondue ohne spießig. Spießchen empfehlen wir aber trotzdem. Carina Hartmann
 
 
 

TIPPS: Ideen für den Topf

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Vegetarisch: Anstelle von Fleisch bieten sich auch andere Lebensmittel für das Fondue an: Wie wäre es zum Beispiel mit Süßkartoffeln, Tofustückchen, weißen Bohnen oder Brokkoli?

Fettarm: Statt Öl einfach Fleisch- oder Gemüsebrühe im Topf erhitzen. Man spricht hierbei übrigens auch von einem sogenannten Fleischtopf oder aber dem Fondue chinoise.

Süß: Schokolade und Sahne in einem Topf erhitzen und nach Bedarf mit Orangensaft oder Cointreau verfeinern. Dann frische Früchte hineintunken und genießen.

Equipment: Der Topf sollte die Wärme gut leiten und einen dicken Boden haben, damit Käse oder Schokolade nicht anbrennen. Gusseisen oder Edelstahl eignen sich dafür besonders gut.

Hitze: Klassische Fondue-Sets arbeiten mit einem Stövchen und mit offener Flamme. Sie sind mit einem Brenner ausgestattet, der entweder mit Spiritus oder mit Brennpaste befüllt wird. Kleinere Modelle, etwa das Schokofondue, mit einem Teelicht.
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