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Berliner Gesundheitsdienstleister Charité, Vivantes und Helios suchen Mitarbeiter

Sie zählen seit Jahren und wohl auch in der Zukunft zu den größten Arbeitgebern der Stadt: Gesundheitsdienstleister wie Charité, Vivantes und Helios. Und sie suchen dringend Mitarbeiter

Krankenhäuser suchen viel Personal – vom Arzt bis zum OP-Assistenten. FOTO: IMAGO / ROLF KREMMING

Judith Jenner 

Mit rund 21.000 Unternehmen der Gesundheitswirtschaft ist Berlin nicht nur einer der wichtigsten Gesundheitsstandorte in Deutschland, sondern auch in Europa. Laut der Wirtschafts- und Technologieförderungsgesellschaft Berlin Partner arbeiten rund 360.000 Menschen in der Berliner Gesundheitswirtschaft, zu der rund 300 Medizintechnik- und mehr als 240 Biotechnologiefirmen, 30 Pharmaunternehmen sowie mehr als 130 Kliniken gehören. Einrichtungen wie das Deutsche Herzzentrum am Virchow-Klinikum sind sogar weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und ziehen jedes Jahr viele internationale Medizin-Touristen an.

Für die Behandlung auf hohem Niveau benötigen Klinikkonzerne wie Vivantes, Charité oder Helios Personal. Denn mit der wachsenden Einwohnerzahl und Attraktivität Berlins steigen auch die Patientenzahlen. So wurden bei Vivantes 2018 246.234 Menschen stationär und 336.887 ambulant behandelt, mehr als im Vorjahr. Parallel dazu stieg auch die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 16.136 auf 16.433.
Corinna Jendges, Geschäftsführerin Personal bei Vivantes, sagt: „Unsere Strategie zur Fachkräftesicherung basiert zum einen auf mehr Ausbildung und zum anderen auf Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um im Ergebnis die Arbeitgeber-Attraktivität zu steigern. Dazu gehören unter anderem flexible Personaleinsatzplanung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Mentoring-Programme zur Karriereförderung im ärztlichen Dienst, Stipendienprogramme und Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Vivantes sucht auf seinem Karriereportal www.vivantes-karriere.de konkret Mitarbeiter sowohl für den funktionalen Bereich wie Operationstechnische Assistenten (OTA) und Medizinisch-technische Radiologieassistenten (MTRA) als auch Ärzte und Mitarbeiter für pflegerische Berufe wie Gesundheits- und Krankenpfleger, Fachpflegekräfte für die Intensivstationen oder Pflege- und Pflegefachkräfte für die Altenpflege.

Vivantes will noch stärker ausbilden

Um den aufgrund der demografischen Entwicklung noch weiter steigenden Bedarf an Pflegepersonal zu decken, setzt Vivantes auf die Ausbildung seines pflegerischen Nachwuchses. Am konzerneigenen Institut für berufliche Bildung im Gesundheitswesen (IbBG) gibt es derzeit rund 1000 Ausbildungsplätze, verteilt auf sechs Berufsfachschulen. Um noch mehr Pflegekräfte ausbilden zu können, wird in Reinickendorf derzeit ein neuer Ausbildungsstandort ausgebaut, an dem ab Oktober 2019 zusätzliche 250 Ausbildungsplätze in Pflegebeden kommenden Jahren soll die Zahl der Ausbildungsplätze auf 1758 erhöht werden.

„Unsere Strategie zur Fachkräftesicherung basiert zum einen auf mehr Ausbildung und zum anderen auf Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.“

Corinna Jendges, Geschäftsführerin Personal bei Vivantes

Noch Zukunftsmusik ist der Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe, der in gemeinsamer Trägerschaft mit der Charité entsteht. An dem neuen, noch nicht definierten Standort soll die Ausbildung von rund 3000 Azubis in acht verschiedenen Gesundheitsberufen erfolgen. Zusätzlich soll es Weiterbildungsangebote für bereits Beschäftigte geben. Mit dem gemeinsamen Ausbildungskonzept folgen Berlins größte Klinikkonzerne den Empfehlungen der Zukunftskommission „Gesundheitsstadt Berlin 2030“. Sie formuliert Vorschläge, wie der Gesundheitsstandort Berlin eine durchaus mögliche internationale Führungsposition einnehmen kann. 
Auf ihrer Online-Stellenbörse hat die Charité als zweitgrößter Berliner Arbeitgeber momentan mehr als 100 Jobs ausgeschrieben. Gesucht werden IT-Fachleute ebenso wie Pflegekräfte, Ärzte und Verwaltungsmitarbeiter.

Für die meisten Berufsgruppen bei den Berliner Klinikkonzernen gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD-K). Die Gesamtvergütung setzt sich in der Regel aus einem Grundgehalt, Jahressonderzahlungen sowie – je nach Berufsgruppe – weiteren Vergütungsbestandteilen wie Schichtzulagen zusammen. Je nach Tätigkeit, Ausbildung und Berufserfahrung werden die Arbeitnehmer in Entgeltgruppen und -stufen eingruppiert. Als kommunaler Arbeitgeber zahlt Vivantes seinen Mitarbeitern einen monatlichen Beitrag zur Alterssicherung sowie zur Zusatzversorgung des Bundes und der Länder (VBL).

Kliniken wollen familienfreundlich sein

Da viele Klinikmitarbeiter im Schichtsystem arbeiten, stellt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine große Herausforderung dar. Die Arbeitgeber unterstützen sie dabei, zum Beispiel durch einen Betreuungsservice für Kinder. Bei Dienstplänen wird versucht, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen. Helios bietet beispielsweise 32 Kinderbetreuungsmöglichkeiten, von der Tagespflege in den Räumen der Klinik über Belegplätze im städtischen Kindergarten und klinikeigenen Kitas bis hin zur 24-Stunden-Kita. Vivantes und die Charité warten mit ähnlichen Angeboten auf und wurden dafür im Audit Beruf und Familie zertifiziert.
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