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Grüner wird’s nicht

Der Wohntrend „Urban Jungle“ zelebriert Pflanzen als ausdrucksstarke Mitbewohner

FOTO: UME ILLUS / ISTOCK

Wenn im Regal die Pflanzen wuchern, Botanikprints die Sofakissen schmücken und an der Wand eine Dschungeltapete klebt, dann ist der „Urban Jungle“ (auf Deutsch etwa „Großstadtdschungel“) ausgebrochen. Der aktuelle Einrichtungstrend, der auch mit natürlichen Materialien wie Holz, Bambus und Rattan einhergeht, hat sich längst von einem kurzzeitigen Interieur-Thema zu einem dauerhaften Wohntrend entwickelt. Vor allem Großstädter holen sich so die Natur in ihr Zuhause.

„Dabei zählen vor allem die Farbe Grün und reichlich tropische Pflanzen in unterschiedlichen Formen und Größen wie Monstera, Efeututen, Glücksfeder, Calatheas oder Kakteen und Sukkulenten. Aber auch Dekorationsartikel können beim Urban Jungle eine besondere Rolle spielen“, erläutert Diana Tornow, Pflanzenexpertin beim französischen Pflanzen-Atelier Bergamotte, das in seinem Onlineshop und auf Popup-Märkten das grüne Lebensgefühl verbreitet. Die Musthaves, so Tornow, seien alle großblättrigen Pflanzen, die förmlich nach Dschungel schreien. „Vor allem die Monstera deliciosa oder die Monstera adansonii dürfen in keinem Urban Jungle fehlen“, sagt Tornow. Aber auch heimische Arten, etwa in schmucken Pflanzkörben, können zum Einsatz kommen. Blühpflanzen sieht man hingegen recht selten.
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Dabei ist es nicht sinnvoll, sich gleich einen ganzen Dschungel zuzulegen, sondern es ist besser, Schritt für Schritt vorzugehen. Am besten schaut man sich sein Zuhause erst einmal genau an und macht sich Gedanken über Platz- und Lichtverhältnisse, Luftfeuchtigkeit – tropische Pflanzen brauchen in der Regel eine hohe Luftfeuchtigkeit – und Temperatur. Auch der Aufwand, den man bei der Pflege betreiben möchte, ist eine wichtige Überlegung. Diese Informationen sind bei einer Beratung in einem Fachgeschäft äußerst hilfreich. Den Anfang sollten dann zunächst zwei, drei Pflanzen machen. Zusätzlich können etwa große dekorative Blätter, beispielsweise Palmwedel, in Vasen drapiert werden. Nach und nach kann man dann mit ein wenig Erfahrung seinen Indoor-Garten erweitern.
Auch blattweise ein Hingucker: Der Teufels-Efeu. FOTO: NERFY / ISTOCK
Auch blattweise ein Hingucker: Der Teufels-Efeu. FOTO: NERFY / ISTOCK
Besonders angesagt sind als Ergänzung zu den Pflanzen tropische Prints und Poster, aber auch Motive wie Kakteen, Papageien und Ähnliches auf Bezügen von Kissen und sogar Sesseln. Solche Motive schmücken jetzt auch Accessoires wie Schalen und Servietten. So kann jeder selbst entscheiden, wie üppig der persönliche „Wohndschungel“ werden soll. Wer etwa eine Terrasse oder einen großen Balkon hat, verlängert das Dschungelgefühl nach draußen, stellt ein altes Sofa zwischen die Pflanzen oder spannt eine Hängematte auf.

Pflanzen sorgen für ein besseres Raumklima

„Die Pflege gestaltet sich recht einfach, wenn man sich an die Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen hält und sie an passende Orte stellt“, erklärt Tornow. Auch die Kosten müssen nicht aus dem Ruder laufen: „Schon mit wenigen, gezielt platzierten Pflanzen können Akzente im Dschungel-Stil gesetzt werden. Eine teure Trendpflanze wie die Monstera variegata – Ableger mit nur einem Blatt ab 50 Euro – ist zwar schön anzusehen, aber kein Muss für den Dschungel zu Hause.“ Doch manchem ist die Wohnzimmerbepflanzung so viel wert, dass sie zu einem kostspieligen Hobby wird. Mit guten Argumenten: „Studien haben gezeigt, dass Pflanzen in unserem Lebensumfeld gut sind für unser Wohlbefinden. Sie helfen, Stress abzubauen, wir fühlen uns besser, können uns besser konzentrieren und sie sorgen für ein angenehmes Raumklima. Wir mögen denken, wir pflegen unsere Pflanzen, aber in Wirklichkeit sind es unsere Pflanzen, die uns pflegen“, sagt Romeo Sommers, „Trendwatcher und Grünstylist“. Uwe Lehmann
 

Tipps für den Mini-Dschungel

- Zuerst Gedanken zur Wohn- und Raumsituation machen
- Fachliche Beratung einholen, ein wenig Planung verschönert das Ergebnis
- Mit wenigen Pflanzen beginnen, nach und nach erweitern
- Tropische Pflanzen benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit, deshalb täglich mit kalkarmem Wasser benebeln
- Kakteen und Areca sonnig stellen, sie lieben viel Licht
- Pflanzen nicht direkt an Heizkörper stellen
- Im Frühling und Sommer etwa ein- bis zweimal im Monat düngen
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