Anzeige
Themenwelten Berliner Morgenpost
Zukunft gestalten

Berliner Futurium: Ausstellung, Forum und Labor zur Zukunft

Am 5. September eröffnet das Futurium Ausstellung, Forum und Labor im Haus. Aber auch die fortschrittliche Architektur des Gebäudes gibt Antworten auf Zukunftsfragen

GRAFIK: RICHTER MUSIKOWSKI

1 Das Foyer   

Das Foyer im Erdgeschoss verbindet die Haupteingänge sowie alle wichtigen Wege und Funktionen des Hauses. Über Treppenhaus oder Aufzug erschließen die Besucher von hier aus das gesamte Gebäude. Zudem dient es als zentraler Ort der Zusammenkunft und des Austauschs. Hier finden die Besucher künftig alle wichtigen Servicefunktionen für den Ausstellungs- und den Veranstaltungsbetrieb, wie die zentrale Information, die Garderobe, die Toiletten, das Restaurant und den Shop.
SCHNEPP RENOU
SCHNEPP RENOU
2 Die Ausstellung im OG

Über die zentrale Treppe oder über den Besucheraufzug gelangt man in den Ausstellungsbereich im Obergeschoss. Dieser ist als eine zusammenhängende Fläche mit einer Größe von rund 3.000 qm konzipiert. Die Ausstellung wird in drei große Denkräume gegliedert sein, die sich mit drei zentralen Zukunftsdimensionen beschäftigen: unserem künftigen Verhältnis zur Technik, zur Natur und zu uns selbst.
FOTO: SIMON SCHNEPP & MORGANE RENOU
FOTO: SIMON SCHNEPP & MORGANE RENOU
3 Das Veranstaltungsforum

Viel Platz zum Dialog : Dank der mobilen Trennwände können die Veranstalter den Raum im Erdgeschoss zwischen 50 und 670 Quadratmeter Fläche variieren. Und die intelligente Haustechnik passt sich den jeweiligen Erfordernissen an. Hierzu stehen zum Beispiel eine Vielzahl von ausfahrbaren Projektionsmedien zur Verfügung. Die Fassade lässt zudem viel Tageslicht in das Forum, das vollständig barrierefrei und mit hellen, schalldämpfenden Oberflächen ausgestattet ist.
  
FOTO: SIMON SCHNEPP & MORGANE RENOU
FOTO: SIMON SCHNEPP & MORGANE RENOU
4 Das Futurium Lab

Auf 600 qm Fläche präsentiert sich das Zukunfts-Labor im Untergeschoss. Und beeindruckt vor allem atmosphärisch: dunkel eingefärbter Sichtbeton, schwarzer Gussasphaltboden und ein Deckenraster aus 126 Leuchtschirmen verleihen diesem sechs Meter hohen Raum den Charakter eines Science-Fiction-Filmsets.

FOTO: AXEL SCHMIDT/REALITIES:UNITED
FOTO: AXEL SCHMIDT/REALITIES:UNITED
5 Die Vorplätze

Zwei große Vorplätze gliedern die Freiräume rund um das Futurium. Diese werden von bis zu 18 Meter auskragenden Vordächern überspannt. Geschützt und dennoch im Freien entsteht so ein öffentlicher Aufenthaltsort für die Gäste und Passanten. Ein Punktmuster bedeckt die gesamte Bodenfläche und und hebt den Platz vom umgebenden Stadtraum ab. Innerhalb des Musters sind Sitzmöglichkeiten und Gehwege spielerisch angeordnet. Auf der Spreeseite steht die kinetische Skulptur „Drehmoment“ von realities: united.

FOTO: SCHNEPP RENOU
FOTO: SCHNEPP RENOU
6 Die Fassadenhaut

Die Fassade besteht aus mehr als 8.000 Kassettenelementen. Diese sind jeweils einen Quadratmeter groß und bestehen aus unterschiedlich gefalteten Metall-Reflektoren sowie keramisch bedrucktem Gussglas. Dadurch erzeugen sie je nach Lichteinfall ein fortwährend changierendes „Wolkenbild“.

7 Das Solare Meer

Das Dach ist fast vollständig mit Kollektoren bedeckt, welche die Kraft der Sonne in nutzbare Energie wandeln. Die photovoltaischen Elemente decken dabei den größten Teil des Strom-, die solarthermischen den größten Teil des Wärmebedarfs des Gebäudes.

8 Der Energiespeicher

Den Kern des Gebäudes bildet ein neuartiger Hybrid-Energiespeicher, der sich über alle Geschosse erstreckt. Er speichert die Wärmeenergie der Sonne sowie hausinterne Energiegewinne und hält sie für den Betrieb des Gebäudes bereit. Durch die Verbindung des latenten Phasenwechselmaterials Paraffin mit dem sensiblen Speichermedium Wasser erreicht er die achtfache Kapazität von herkömmlichen Wasserspeichern.

9 Die Galerie

Die Galerie hängt stützenfrei vom Dachtragwerk herab und beherbergt unter anderem Seminar- und Besprechungsräume. Die seitlichen Panoramafenster bieten reizvolle Sichtachsen zu den Ausstellungs- und Außenräumen.
   
FOTO: SCHNEPP RENOU
FOTO: SCHNEPP RENOU
10 Der Skywalk

Der von April bis Oktober zugängliche Skywalk auf dem Dach ist sowohl über das Treppenhaus als auch mit dem Aufzug erreichbar. Er bietet den Besuchern spektakuläre Ausblicke auf den Berliner Stadthorizont von der Reichstagskuppel bis zum Fernsehturm. Im Süden sind das Bundeskanzleramt und der Spreebogen in Sichtweite, im Norden richtet sich der Blick auf das Charité-Gelände und den Berliner Hauptbahnhof.
   

„Für einen Austausch über Zukünfte“

Stefan Brandt ist seit 2017 Direktor des Futuriums. FOTO: DIE HOFFOTOGRAFEN GMBH BERLIN
Stefan Brandt ist seit 2017 Direktor des Futuriums. FOTO: DIE HOFFOTOGRAFEN GMBH BERLIN
Was werden Sie am 5. September 2020 in Ihrer Rolle als Direktor des Futuriums in den zurückliegenden 365 Tagen erlebt haben?

Da lasse ich mich überraschen – hoffentlich positiv!

Das Futurium stellt sich als „Haus der Zukünfte“ vor. Gibt es mehr als eine Zukunft?

Der Begriff „Zukünfte“ soll verdeutlichen, dass es viele unterschiedliche Zukunftsvorstellungen in vielen Köpfen gibt. Wir wissen heute noch nicht, welche dieser Zukünfte am Ende tatsächlich Teil unserer Zukunft werden. Wichtig ist jedoch, dass der Austausch über diese Zukünfte bereits heute stattfindet, um eine Grundlage für gemeinsames Handeln zu schaffen. Für diesen Austausch wird das Futurium eine Plattform sein.

Dafür bringen Sie Wissenschaft und Kunst, Politik und Gesellschaft zusammen. Sehen Sie einen Trend zur Interdisziplinarität?

Es wird seit Jahrzehnten von Interdisziplinarität gesprochen. Wenn es aber hart auf hart kommt, und dabei meine ich beispielsweise Strukturen im Wissenschaftsbetrieb, wird noch immer zu häufig auf die gewohnten Fächerabgrenzungen gesetzt. Dabei liegt es doch auf der Hand, dass wir gerade die großen Zukunftsherausforderungen wie den Kampf gegen den Klimawandel oder die menschengerechte Gestaltung der Digitalisierung nur interdisziplinär angehen können. Viele jüngere Wissenschaftler, Entrepreneure und Künstler sehen es ähnlich und schließen sich zu spartenübergreifenden Projektteams zusammen. Ihnen wird das Futurium eine Bühne bieten.

Gibt es vergleichbare Einrichtungen?

Es gibt in der Tat noch nicht viele Publikumshäuser, die sich wie wir vollkommen dem Thema Zukunft verschrieben haben und dabei einen ganzheitlichen Blick auf die Dimensionen Natur, Mensch und Technik anstreben. Wir setzen auf drei gleichberechtigte und miteinander verbundene Programmsäulen: die Zukunftsausstellung, das Zukunftslabor und das Zukunftsforum. Noch ist das europaweit einzigartig. Aber wir stellen fest, dass sich international ein „Boom“ von Zukunftshäusern abzeichnet. Informationen zu Ausstellung und Veranstaltungen unter Futurium.de
Weitere Artikel